“Ich soll Ihnen ein großes Lob bestellen!”

Der Mann sah wirklich schlecht aus. Ganz fahl im Gesicht und stark hustend kam er zur Tür herein. “Ich habe – hust, hust – die Grippe. Was haben Sie da für mich?” Nachdem wir geklärt haben, dass er sich schon seit ein paar Tagen quält, es ihm schon lange nicht mehr so schlecht gegangen ist, er langsam gelblichen Schleim in der Nase hat und sich nachts halb tot hustet, empfehle ich ihm dringendst den Gang zum Arzt. Er wirkt wenig begeistert, fügt sich aber in sein Schicksal. “Na wenn Sie meinen, dass Sie nichts für mich haben…”

Zumindest nichts so richtig stark Wirksames.

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Ich liebe Feiertagsnotdienste!

Martin Berg / pixelio.de
Martin Berg / pixelio.de

Doch, wirklich! Da kann man noch so richtig Apotheker sein, Alternativen für die ausverkauften Erstwünsche suchen, “richtig” wirksame Kombinationen zusammenstellen, von deren Wirkung man selbst und nicht nur die Nachbarin oder die Arzthelferin überzeugt ist.

Die Kunden BEDANKEN sich: “Ist das schön, dass Sie da sind!” “Das ist so toll, dass hier eine Apotheke auf hat!” “Wie gut, dass es sie/Sie gibt!” Keiner meckert über die Preise, im Gegenteil: Trotz 2,50 € Notdienstgebühr gibt es noch Trinkgeld! Die Ärzte sind gesprächsbereit (Doch echt, selbst in der Rettungsstelle!) und mit dem vorgeschlagenen Austausch EINVERSTANDEN! (“Na klar können Sie auch Cefuroxim geben statt Cefaclor-Saft. Ist mir sogar lieber, ich dachte nur, der ist nicht lieferbar?”)

Dank Privatrezepten gibt es kein Retaxrisiko (erst mal…) und sogar der Bereitschaftsarzt der KV ruft vorher an, welche Morphin-Ampullen denn vorrätig sind! SO macht Apotheker-Sein Spaß und Sinn! Wir haben einen tollen Beruf! Manchmal.

Liebe Grüße an alle Notdienst-Berufe!

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Was heißt hier Durchschnitt?

Ok, ich kann Sie nur warnen: Gleich wird der Alltag mal wieder so kompliziert, dass ihn auch viele Politiker nicht verstehen! Ob das jetzt was Besonderes ist, müssen Sie selber beurteilen, aber ich will mal versuchen, die Frage “Was verdient denn so ein Durchschnitts-Apothekenleiter?” zu beantworten.

Bevor Sie weiterlesen, können Sie ja mal schätzen. Also: Glauben Sie, dass es …

a) ca. 200 000 Euro sind? (Diesen Eindruck haben einige Ärzte oder Zuschauer einschlägiger Fernseh-Doku-Formate der Variante “Undercover”)

b) ca. 125 000 Euro sind? (Diesen Eindruck hat beispielsweise die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Und sicher viele andere Menschen, die “offizielle” Zahlen einfach so lesen, auch.)

c) etwa so viel Verdienst wie bei einem angestellten Apotheker ist? (Wie eher pessimistisch veranlagte Gemüter denken.)

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Nicht lieferbar: Johanniskraut – da wird man depressiv ((

Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de
Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Es stimmt, manche Tage sind wie gemacht für Antidepressiva: Ende der letzen Woche hat es geschneit, ganz plötzlich in riesigen Flocken und als ich nach einer halben Stunde rausgeschaut habe, war alles weiß! Das hat nicht nur mich frustriert, so drei Tage vor Frühlingsanfang, sondern auch unsere Kunden bzw. Patienten. Schon um 10:00 Uhr vier Rezepte mit diversen Antidepressiva und dann – logisch, oder? – das Rezept mit Laif 900 100 St.

Eigentlich bin ich Johanniskraut gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt (ich finde, positive Einstellung hilft immer bei der Beratung), wir haben sogar eine tolle Dekoration mit selbst entworfenem Johanniskraut-Poster  (Johanniskraut ist eine hübsche Pflanze mit gelben Blüten und macht sich schon selbst gut bei trübem Wetter) und diversen Infos dazu im Schaufenster und auf unserer Website. Wahrscheinlich hat das den Patienten motiviert, zu uns zu kommen.

Eigentlich toll, hat also unser Marketing geklappt, doch das “blöde Zeug” ist ja nun schon seit längerer Zeit “defekt” (also nicht lieferbar) und der Liefertermin Ende Februar – Anfang März – Mitte März….. Sanktnimmerlein. Mehr lesen

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Windelweich?

Jeder, der Kleinkinder hat oder hatte, kennt die Zeiten, in denen die Windeleimer überquellen. Nicht gerade lecker, aber man weiß, es wird besser. Nicht so, wenn sich manches im Alter wiederholt, nur dass es bei den Windeln für Senioren nicht die Eimer, sondern die Windeln selber sind. Weil die Anzahl nicht ausreicht, sie oft genug zu wechseln. Und weil die Qualität, die für die Dumpingpreise geboten werden kann, unter aller Kanone ist. Oder schlicht und einfach: Besch…en! Und zwar ziemlich schnell… Mehr lesen

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Prä-QUAL-ifizierung

Eigentlich ist die Idee, alle zugelassenen Leistungserbringer für bestimmte Hilfsmittel in einer zentralen Stelle zu sammeln, ja nicht verkehrt. In einem Land, wo noch nicht einmal die Straftäter zentral erfasst werden, ja bereits geradezu revolutionär! Aber wie so oft, schießen wir Deutschen (nein, nicht nur die Preussen!) ordentlich über das Ziel hinaus, denn Präqualifizierung heißt an vielen Stellen unnötige, überbordende doppelte Bürokratie und entsprechenden Aufwand (Zeit und Geld) bei den Leistungserbringern. Mehr lesen

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Unsinn Rabattverträge

Was mich wirklich jeden Tag bei der Arbeit maßlos ärgert, sind Rabattverträge.

Seit 2007  bestimmt nicht mehr der Arzt und auch nicht der Apotheker welches Präparat für den Patienten das richtige wäre.

Nein es bestimmt die Krankenkasse.

Es kann nicht sein, dass unter dem allgemeinen Sparzwang der Krankenkassen die von Fachgremien viel zitierte Arzneimitteltherapiesicherheit (kurz AMTS) und damit letztlich der Patient leidet.

Wieso ist das so? Mehr lesen

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Tödliche Bürokratie?

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Liest man diesen Artikel oberflächlich, so könnte man meinen, die Apotheke hätte hier einen fahrlässigen Fehler begangen, indem sie zunächst „umständlich“ bei einer zuständigen Stelle eine Genehmigung einholte, das teuer, verordnete Medikament tatsächlich abgeben zu können.

In Wirklichkeit ist eine solche Praxis tatsächlich zur notwendigen Pflicht geworden, will nicht der Apotheker seine wirtschaftliche Existenz auf’s Spiel setzen. Denn besteht auch nur der kleinste Zweifel, droht die „Null-Retaxation“. Mehr lesen

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HiMi-Bürokratie, die ins Auge geht.

Die junge Mutter steht mit einer Hilfsmittelverordnung vor mir in der Apotheke. Ihre Tochter schielt und soll dagegen eine Packung Okklusionspflaster bekommen, mit denen das Auge blickdicht abgedeckt wird, um den Augenmuskel zu entspannen. Eigentlich kein Problem, denn der Arzt hat Größe und Anzahl der Pflaster genau aufgeschrieben. Auch bei der Auswahl der diversen angebotenen “Verzierungen” und Muster kenne ich mich aus: Auf keinen Fall nur “Prinzessin Lillifee” nehmen, könnte ich der jungen Mutter raten, die wird irgendwann doch zu rosa. Vielleicht lieber “Elsa und Co” oder doch etwas mehr “Monster High” für die rebellische Phase?

Aber all das kommt gar nicht zum Tragen, denn stattdessen denke ich: “Oh Gott, ein Hilfsmittel! Das darf ich doch gar nicht beliefern? Ich bin doch nur Apothekerin!” Wie? “Nur” Apothekerin? Mehr lesen

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Es gibt so Tage ….

…da möchte man am liebsten schon um halb neun wieder schnell nach Hause, ins Bett und mindestens 3 Wochen nicht mehr aufstehen, denn es kann (vermeintlich) nicht besser werden.
Oder zumindest leise im Keller weinen.

Meistens beginnt so ein Tag damit, daß die Kontaktlinse nicht ins Auge will, dann endlich hält, dafür tränt das Auge so, daß die Wimperntusche verwischt und nach einigermaßen halbseitig erfolgreicher Wiederherstellung vergißt man anschließend, die Kaffeetasse auch unter den extra dafür erfundenen Pad-Automaten-Ausguß-Strahl zu stellen.
Egal – die Zeit wird knapp, es muß auch irgendwie ohne Kaffee gehen.

Nahezu nur halbseitig geschminkt und ohne Koffein-Schub “entere” ich die Apotheke . Mehr lesen

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Gestatten – Ihre Apotheken am Ort !

Gestatten – Ihre Apotheken am Ort !

“Schön, Sie zu sehen , geht es Ihnen wieder besser ?”

Ich freue mich, wenn sich mein Gegenüber an mich  und an das letzte Gespräch erinnert.

Geht es Ihnen auch so ?

Dann sind Sie hier bei uns richtig !

Wir sind da, wo Sie leben.
Wir sind da, wenn Sie uns brauchen – jeden Tag, jede Nacht, an Ostern, Weihnachten und Silvester.
Wir sind da, wenn Sie schwanger sind,
wenn Ihr Kind krank ist,
wenn der Insulin-Pen repariert werden muß,
wenn Sie Fragen zur Anwendung Ihrer Medikamente haben,
wenn Sie eine extra angefertigte Salbe benötigen.

Und auch am Ende des Lebens sind wir für Sie da. Mehr lesen

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Ich liebe meinen Beruf, eigentlich…

Andrea Damm / pixelio.de
Andrea Damm / pixelio.de

Ich liebe meinen Beruf.

Ganz ehrlich.

Schon mit 13 Jahren stand für mich fest, dass ich Apothekerin werden wollte.
Und als ich nach einem harten, sehr lernintensiven Studium endlich meine Approbation in Händen hielt, stand ich jeden Tag in der Apotheke und es überlief mich ein Glücksschauer, weil es genau MEIN Beruf war.

Das ist bis heute so!
Aber es hat sich leider so viel verändert, was mir und meinen KollegInnen eine immense Leidensfähigkeit abverlangt. Mehr lesen

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Es macht mich betroffen

Nein, ich bin nicht betroffen!

Ich kann gar nicht betroffen sein, zumindest nicht materiell, denn als Pharmazie-Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt habe ich nie meinen Unterhalt mit der Herstellung, der Lagerung und der Verteilung von und der Beratung zu Arzneimitteln bestritten.

Und dennoch macht mich eine höchstrichterliche Rechtsauffassung extrem betroffen, die es für Rechtens erklärt, dass einige Apotheker in Hessen für anspruchsvolle pharmazeutische Leistungen keinerlei Vergütung bekommen und zum großen Überfluss auch noch auf ihren eigenen Kosten sitzen bleiben. Sie hatten auf ärztliche Verordnung für schwer kranke Patienten Medikamente zur Krebstherapie hergestellt. Mehr lesen

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Nicht lieferbar: Pankreatin-Präparate

Inzwischen ist es leider schon “normal”, dass wir bei uns in Deutschland, der einstigen “Apotheke der Welt” keine Pankreatin-Präparate mit 40.000 IE in gewünschter Qualität bekommen. Seit Wochen, wahrscheinlich Monaten komplett ausverkauft von allen Firmen, in allen Packungsgrößen. Die aufwändige Mängel- und Mangelverwaltung bei entsprechenden Rezepten gehört nun zu unserem Alltag, wobei es immer wieder Patienten und vor allem Arztpraxen gibt, die noch nie davon gehört haben. Wir stehen als Apotheker dann immer besonders dumm da, was nicht wirklich Spaß macht. Mehr lesen

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Nicht lieferbare Arzneimittel (Teil 2)

Gerade eben wieder so ein Fall: ein Medikament, das wir üblicherweise für einen Kunden vorrätig halten ist nicht über den Großhandel zu bekommen. Also Anruf beim Hersteller. Dort erhalte ich die Auskunft, dass ausreichend Ware vorhanden sei, unser Großhandel aber derzeit nicht beliefert wird. Meine Frage, ob es schon wieder Skontostreitigkeiten gibt, wird prompt bejaht und ich werde darauf hingewiesen, dass ich die Medikamente ja direkt bestellen könnte. Allerdings muss ich dann erst mal einen Auftrag in Höhe von 50 Euro zusammen bekommen, unter dieser Grenze wird nicht ausgeliefert. Nun kostet das Medikament, das wir für unseren Kunden brauchen gerade mal 4,25 Euro, da wird das mit den 50 Euro wohl nichts werden. In diesem Fall kann ich das Problem schnell lösen, weil wir durch den Boykott des Herstellers einige Medikamente derzeit nicht da haben. Glück gehabt. Mehr lesen

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Nicht lieferbare Arzneimittel

Ich hasse es: ein Stammkunde kommt vor knapp drei Wochen in die Apotheke und möchte sein Blutdruckmittel, das wir üblicherweise für ihn vorrätig halten. Der PC zeigt mir aber, dass wir den Artikel derzeit nicht da haben, eine kurze Online-Überprüfung beim Großhandel zeigt, dass das Medikament zur Zeit nicht lieferbar ist. Das Rezept wurde so ausgestellt, dass wir nur die eine Firma abgeben dürfen, die der Arzt verordnet hat, also zunächst Anruf beim Hersteller. Der meint, dass das Medikament Ende Februar wieder lieferbar sei. Unser Patient hat glücklicherweise noch für ca. 3 Wochen seine Tabletten, also vertrösten wir ihn und sagen im, dass er Ende Februar nochmal vorbeikommen soll. Mehr lesen

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Ernährungslösung

PKU ist eine üble Stoffwechselkrankheit, die eine besondere Ernährung oder eine spezielle Ernährungslösung verlangt, da sie ansonsten zu letztendlich sogar tödlichen Mangelzuständen führen kann.

Der Arzt hat einer jungen Frau daher eine 3-Monats-Ration Spezialnahrung verordnet. So schnell wie möglich bestellen wir sie direkt beim Hersteller, damit die junge Frau versorgt ist. Kosten: Über 3000 €. Ende gut, alles gut? Mitnichten!

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Apothekensterben

Klar, der Begriff klingt ziemlich dramatisch, vor allem, wenn man in einer Gegend wohnt, wo man gefühlt an jeder Ecke eine Apotheke findet. Aber dennoch schließen seit 2008 Jahr für Jahr mehr Apotheken, also anderswo wieder eröffnet werden. Die meisten von ihnen “sterben” leise. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Von Überschuldung, mangelnder Frequenz, fehlendem Nachfolger, zu hohen bürokratischen Auflagen (Barrierefreiheit auch bei alten Gebäuden) und unsicheren Rahmenbedingungen mit seit Jahren ausbleibender Honoraranpassung bis hin zu massiv zunehmender Gängelei und Bevormundung durch immer neue, zutiefst formalistische Auflagen, von denen wir viele auch hier auf der Homepage sammeln und anprangern.

Und so haben auch im letzten Jahr (2015) nach offiziellen Zahlen der Standesvertetung ABDA 364 Apotheken ihre Türen für immer geschlossen. Vielleicht kennen auch Sie eine Apotheke in Ihrer Nähe, die dazu gehört hat? Schreiben Sie uns.

Bericht z.B. in der SHZ: Hier geht`s zum Beitrag.

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