Wie viel Geld verdient eine Apotheke bei der Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments?

Ich hatte mal einen Kunden, der als Privatpatient ein Medikament gebraucht hat, das etwas über 600 Euro kostete. Dieses Mittel gab es in zwei Stärken, beide hatten den gleichen Preis. Dummerweise war die benötigte Stärke nicht lieferbar und der Hersteller empfahl, dass er doch 3 Packungen der niedrigen Stärke einnehmen sollte. Da man als Privatpatient seine Medikamente zunächst selbst bezahlen muss, war der Kunde natürlich mit 3x 600 Euro nicht einverstanden. Aber er hat sich interessiert, was ich denn an dem Medikament verdiene. Das ist kein Geheimnis, denn es ist bei verschreibungspflichtigen Medikamenten gesetzlich geregelt.

Wer wie viel an einem Medikament verdient lässt sich am besten an mehreren Beispielen zeigen:

Preisbildung VoltarenPreisbildung InsumanPreisbildung ToctinoPreisbildung GlivecPreisbildung Sovaldi

In absoluten Zahlen sieht das dann so aus:

Preiskalkulation Arzneimittel

 

Mein Kunde von damals war entsetzt und meinte nur „Aber da verdienen Sie ja fast nichts daran! Wie kann man denn so kalkulieren?“. Nun ja, die Masse macht es. Aber das ist eben auch der Grund, warum sich eine Apotheke nicht mehr überall rechnet.

Übrigens: in Wirklichkeit ist alles noch viel komplizierter, denn sowohl die Apotheke als auch die Hersteller gewähren zumindest den gesetzlichen Krankenkassen einen Rabatt. Mir ging es aber darum an einigen Beispielen plakativ die Relationen aufzuzeigen wer was verdient. Die Erbsenzählerei überlasse ich gerne den Volks- oder Betriebswirten 😉

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