Warum wir sonst noch wichtig sind

© Tim Reckmann / pixelio.de
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Klar, Apotheken versorgen Menschen mit Arzneimitteln. Das ist unser gesetzlicher Auftrag und dafür erhalten wir a) unser Honorar und b) einige – wie ich inzwischen meine – zweifelhafte Privilegien (Stichwort „Apothekenmonopol“). Daneben tun wir aber noch viel mehr:

  • Wir sind DER Ansprechpartner für kleine Wehwehchen und „Befindlichkeitsstörungen“. Ohne Wartezeit, ohne „Sprechstunde“, einfach immer, wenn die Apotheke geöffnet hat. Und manchmal bekommen wir für gute Ratschläge auch mal kein Geld, so wie letztens bei einem Kunden, dessen Mutter verreist war und der sich Sorgen machte, weil sie ihren „Blutverdünner“ nicht dabei hatte.

  • Wir sind der „Kummerkasten“ für ältere Kunden ohne Familie in der näheren Umgebung oder für Kunden, die plötzlich vor einer völlig veränderten Situation stehen, weil der Lebenspartner von jetzt auf gleich mit einem Tumor im Krankenhaus liegt und nicht mehr ansprechbar ist. Auch hier hören wir zu. Ohne Termin. Ohne Bezahlung. Einfach nur so.
  • Wir sind erste Anlaufstelle bei Problemen. So wie vor Kurzem, als ein Kunde kurz vor Ladenschluss anrief und wissen wollte, was er gegen das heftige Nasenbluten seines Nachbarn machen könne. Da der Nachbar bei uns eine Kundenkarte hat, konnte ich die Dauermedikation überprüfen und feststellen, dass er einen „Blutverdünner“ einnimmt. Während des Gesprächs konnte ich parallel beim Hausarzt anrufen und anfragen, ob der Patient noch schnell vorbeikommen könnte. Konnte er. Zunächst mal ohne Kosten für einen Rettungsdiensteinsatz.
  • Viele meiner Kollegen sind fit beim Thema „Impfberatung“. Ob es der Standard-Impfschutz ist oder spezielle Impfungen für eine Fernreise: wir Apotheker können das1 Auch hier: einfach so und ohne Termin und in diesem Fall für ein kleines Honorar. Und üblicherweise werden Termine bei uns recht kurzfristig vergeben.
  • Wir stellen Medikamente selbst her. Das mag dem einen oder anderen antiquiert vorkommen, ist aber manchmal lebensnotwendig. So gibt es zahlreiche Kolleginnen und Kollegen die niedrig dosierte Herzmittel für Kinder herstellen. Und das durchaus kostengünstig, nicht nur was den „Arbeitspreis“ von 7 Euro, der pauschal und ohne Berechnung der echten Arbeitszeit angesetzt wird, angeht. Auch bei den Ausgangsstoffen, legen wir inzwischen häufig drauf.

Sie sehen, es ist also mitnichten nicht nur das Verkaufen, das uns Apothekerinnen und Apotheker und unsere PTAs ausmacht. Es ist viel, viel mehr!

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