Nachbarschaftshilfe?

Wir schreiben das Jahr 2016. Es sind Osterferien: Die Bundeshauptstadt mutiert zur medizinischen Diaspora, da annähernd alle Ärzte der Nahversorgung entweder im Urlaub oder zur quartalsendlichen Fortbildung sind. Patienten und Apotheker sind auf sich selbst gestellt…

Die gut achtzigjährige Dame, die an so einem Tag die Apotheke meines Mannes betritt, hatte bereits mehr als genug Pech: Bei einem typischen Kleindelikt (Überfall mit Handtaschenraub im Fahrstuhl) wurde sie so an der Schulter verletzt, dass diese operiert werden musste. Zur Verhinderung einer Thrombose muss sie sich nun täglich Heparin spritzen. Oder besser: spritzen lassen, denn einhändig ist sie nicht in der Lage, das zuverlässig selbst zu erledigen.

Sie geht daher regelmäßig zu ihrem Hausarzt, der nun allerdings auch in den Osterferien ist. Eine Vertretung gibt es nicht, die Erste-Hilfe-Stellen der Krankenhäuser sind für so etwas eigentlich nicht zuständig, der kassenärztliche Notdienst auch nicht und eine Hauskrankenpflege ist so schnell auch noch nicht organisiert. Also nach dem Überfall nun auch noch Thrombose? Weiterlesen

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