Lieferengpässe Teil x – Luftnummer mit Metoprolol 200 mg

Foto: Dr. Kerstin Kemmritz
Foto: Dr. Kerstin Kemmritz

„Metoprolol 200 mg retard 100 Stück“ steht auf dem Rezept, das mir mein Stammkunde am Samstag kurz vor Toresschluss noch in die Hand drückt. „Kriege ich das noch schnell?“ Na klar, kein Problem, Metoprolol ist ja schließlich nichts Besonderes, sondern ein alt-bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der ß-Blocker, der bei Bluthochdruck, Herzrasen und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Mein Stammkunde bekommt es gegen zu hohen Blutdruck. Haben wir darum immer an Lager, damit er sich nicht so aufregt ….

Aufregend wird es, als meine Apothekensoftware den berühmten „Dreizeiler“ auf dem Bildschirm anzeigt, der immer dann erscheint, wenn nichts erscheint. Also wenn die Ware nicht (mehr) an Lager ist. Ui, das wird jetzt peinlich… Na ja, bestimmt haben wir bei einem so gängigen Mittel noch die eine oder andere Herstellerfirma an Lager, dann muss ich ihm nur erklären, dass er diesmal eine andere Firma ausprobieren soll, wenn er sein Medikament gleich mitnehmen will. Gleich mitnehmen? Das scheint heute nichts zu werden, denn mein ganzes Warenlager ist frei von Metoprolol 200 mg retard! Weiterlesen

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Die Bedienung der wartenden Patienten verschiebt sich um 30-45 Minuten! – Die neue Substitutionsausschlussliste

gänseblümchen / pixelio.de
gänseblümchen / pixelio.de

Sind Sie ein „Marcumar-Patient“ oder bekommen Sie ein stark wirksames Schmerzmittel mit Oxycodon?

Herzlichen Glückwunsch, Ihr Wirkstoff hat es auf die Erweiterung der sogenannten „Substitutionsausschlussliste“ geschafft! Keine Bange, damit sind Sie nicht alleine – es sind insgesamt 8 Wirkstoffe betroffen .

Was demnächst in der Apotheke passieren kann, erkläre ich Ihnen „kurz“ – setzen Sie sich bequem hin, machen Sie sich noch einen Kaffee – und dann geht’s los. Weiterlesen

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Phantomgeld ….

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Konto mit mehreren tausend Euro Guthaben und kommen NIE im Leben dran – Ihre Erben, Ehepartner, Kinder oder Nachfolger übrigens auch nicht!

Oder Sie bekommen eine Steuer-Rückzahlung und können das Geld nicht mit der nächsten Steuernachzahlung verrechnen lassen, weil das „eine andere Rechnungsstelle ist“.

Was erzählt sie denn jetzt wieder? Was hat das mit Apotheken zu tun? Weiterlesen

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Re-Präqulifizierung

Nach der Vorhölle kommt ja die eigentliche Hölle. So glauben es zumindest die Katholiken.

Bei Apothekers kommt nach der Präqualifizierung, die Kerstin Kemmritz schon beschrieben hat, nach fünf Jahren die Re-Präqualifizierung.

Und jetzt glauben Sie bitte nicht, dass man einfach sagen kann: „Hallo, ich bin vor fünf Jahren präqualifiziert worden, es hat sich nichts geändert, ich möchte bitte alle Bereiche weiter versorgen“. Nein, so geht das nicht. Denn wir befinden uns in Deutschland und da muss alles seinen ordnungsgemäßen Gang gehen! Weiterlesen

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Palliativversorgung, Schmerzpumpen und die Krankenkassen

Als palliativversorgende Apotheke mit den Versorgungsformen „Hospiz, Allgemeine Ambulante Palliativversorgung und Spezielle Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) wundern wir uns im „Innenverhältnis“ zu unseren „Partnern“, den Krankenkassen, langsam über gar nichts mehr. Erst recht nicht nach Einführung der DRG`s 2013 auf den Palliativstationen der Krankenhäuser, denn …….

9 Tage (allerhöchstens 11) müssen reichen, um entweder gestorben zu sein oder stabilisiert zum Sterben in das häusliche Umfeld oder in ein Hospiz (Cave: Wartelisten!) entlassen zu werden!

Dies geschieht mit Regelmäßigkeit sehr häufig am Freitag, wenn das Pflegepersonal dank Wochenende sich zu halbieren droht.

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Tödliche Bürokratie?

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Liest man diesen Artikel oberflächlich, so könnte man meinen, die Apotheke hätte hier einen fahrlässigen Fehler begangen, indem sie zunächst „umständlich“ bei einer zuständigen Stelle eine Genehmigung einholte, das teuer, verordnete Medikament tatsächlich abgeben zu können.

In Wirklichkeit ist eine solche Praxis tatsächlich zur notwendigen Pflicht geworden, will nicht der Apotheker seine wirtschaftliche Existenz auf’s Spiel setzen. Denn besteht auch nur der kleinste Zweifel, droht die „Null-Retaxation“. Weiterlesen

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HiMi-Bürokratie, die ins Auge geht.

Die junge Mutter steht mit einer Hilfsmittelverordnung vor mir in der Apotheke. Ihre Tochter schielt und soll dagegen eine Packung Okklusionspflaster bekommen, mit denen das Auge blickdicht abgedeckt wird, um den Augenmuskel zu entspannen. Eigentlich kein Problem, denn der Arzt hat Größe und Anzahl der Pflaster genau aufgeschrieben. Auch bei der Auswahl der diversen angebotenen „Verzierungen“ und Muster kenne ich mich aus: Auf keinen Fall nur „Prinzessin Lillifee“ nehmen, könnte ich der jungen Mutter raten, die wird irgendwann doch zu rosa. Vielleicht lieber „Elsa und Co“ oder doch etwas mehr „Monster High“ für die rebellische Phase?

Aber all das kommt gar nicht zum Tragen, denn stattdessen denke ich: „Oh Gott, ein Hilfsmittel! Das darf ich doch gar nicht beliefern? Ich bin doch nur Apothekerin!“ Wie? „Nur“ Apothekerin? Weiterlesen

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Ich liebe meinen Beruf, eigentlich…

Andrea Damm / pixelio.de
Andrea Damm / pixelio.de

Ich liebe meinen Beruf.

Ganz ehrlich.

Schon mit 13 Jahren stand für mich fest, dass ich Apothekerin werden wollte.
Und als ich nach einem harten, sehr lernintensiven Studium endlich meine Approbation in Händen hielt, stand ich jeden Tag in der Apotheke und es überlief mich ein Glücksschauer, weil es genau MEIN Beruf war.

Das ist bis heute so!
Aber es hat sich leider so viel verändert, was mir und meinen KollegInnen eine immense Leidensfähigkeit abverlangt. Weiterlesen

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Ernährungslösung

PKU ist eine üble Stoffwechselkrankheit, die eine besondere Ernährung oder eine spezielle Ernährungslösung verlangt, da sie ansonsten zu letztendlich sogar tödlichen Mangelzuständen führen kann.

Der Arzt hat einer jungen Frau daher eine 3-Monats-Ration Spezialnahrung verordnet. So schnell wie möglich bestellen wir sie direkt beim Hersteller, damit die junge Frau versorgt ist. Kosten: Über 3000 €. Ende gut, alles gut? Mitnichten!

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Wahlfreiheit

Ist ein Rabattarzneimittel der Krankenkasse nicht lieferbar oder gibt es pharmazeutische Bedenken, also wichtige Gründe wie dringend notwendige Sofortversorgung, Allergien oder Unverträglichkeiten, die gegen die Abgabe eines Rabattarzneimittels sprechen, darf der Apotheker unter Angabe von Gründen das Rabattarzneimittel gegen ein wirkstoffgleiches Arzneimittel austauschen, das der Arzt verordnet hat oder das zu den drei preiswertesten gehört.

Manchmal sind es nur wenige Cent, die die „erlaubten“ Arzneimittel von den vorrätigen oder besser geeigneten trennen. Aber die Vereinbarungen des Sozialgesetzbuches kennen kein Pardon. Auch bei dringenden Fällen wie Antibiotika oder vom Hersteller nicht lieferbaren Rabattarzneimitteln darf der Apotheker nicht von dieser Regel abweichen. Der Patient bleibt dann ggf. unversorgt und muss sich ein neues Rezept besorgen. Nicht nur vor dem Wochenende oft genug ein unmögliches Unterfangen.

Also: Wahlfreiheit unter allen Arzneimitteln bei wichtigen Gründen!

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