Lieferengpässe Teil x – Luftnummer mit Metoprolol 200 mg

Foto: Dr. Kerstin Kemmritz
Foto: Dr. Kerstin Kemmritz

„Metoprolol 200 mg retard 100 Stück“ steht auf dem Rezept, das mir mein Stammkunde am Samstag kurz vor Toresschluss noch in die Hand drückt. „Kriege ich das noch schnell?“ Na klar, kein Problem, Metoprolol ist ja schließlich nichts Besonderes, sondern ein alt-bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der ß-Blocker, der bei Bluthochdruck, Herzrasen und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Mein Stammkunde bekommt es gegen zu hohen Blutdruck. Haben wir darum immer an Lager, damit er sich nicht so aufregt ….

Aufregend wird es, als meine Apothekensoftware den berühmten „Dreizeiler“ auf dem Bildschirm anzeigt, der immer dann erscheint, wenn nichts erscheint. Also wenn die Ware nicht (mehr) an Lager ist. Ui, das wird jetzt peinlich… Na ja, bestimmt haben wir bei einem so gängigen Mittel noch die eine oder andere Herstellerfirma an Lager, dann muss ich ihm nur erklären, dass er diesmal eine andere Firma ausprobieren soll, wenn er sein Medikament gleich mitnehmen will. Gleich mitnehmen? Das scheint heute nichts zu werden, denn mein ganzes Warenlager ist frei von Metoprolol 200 mg retard! Weiterlesen

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Volles Risiko statt beschränkter Haftung! – Über den Kaufmann im Apotheker

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Reiner Sturm / pixelio.de

„e.K.“ Dieses Kürzel im Firmennamen steht nicht für „evangelische Kirche“, sondern für „eingetragener Kaufmann“. Oder Kauffrau. Und damit sind in Deutschland nicht nur jede Menge Vorurteile, sondern vor allem Rechte und Pflichten verbunden. Auch für Apotheker, denn die sind als Inhaber einer eigenen Apotheke im Gegensatz zu den Ärzten nicht nur Heilberufler, sondern auch Kaufleute. Jedenfalls auf dem Papier, das sich Handelsregister nennt, denn die Kaufmannseigenschaften sind in den letzten Jahren gerade bei den Apothekern immer mehr auf reine Pflichten wie die Bilanzierungspflicht, die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer und die vollumfängliche Haftung des Apothekenleiters für alle Schulden und Risiken aus dem Apothekenbetrieb reduziert worden. Weiterlesen

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Apotheken-Monopoly? – Die Spielregeln

EreigniskarteWahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der noch nie das gute alte Glücks- und Gesellschaftsspiel „Monopoly“ gespielt hat, das es inzwischen in gefühlt 1000 Versionen gibt: Mickey Mouse, Spongebob, Big Bang Theory oder Breaking Bad. Alles schon da. Selbst Städte-Versionen wie „Gladbach“ oder „Zwickau“ sind im Handel… Zwickau??? Na gut, aber was wirklich noch fehlt, ist ein Berufe-Monopoly! Wie wäre es denn mit einer Apotheken-Version, frei nach echten Begebenheiten?

Werfen wir doch schon mal einen Blick in mögliche Spielregeln: Weiterlesen

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Phantomgeld ….

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Konto mit mehreren tausend Euro Guthaben und kommen NIE im Leben dran – Ihre Erben, Ehepartner, Kinder oder Nachfolger übrigens auch nicht!

Oder Sie bekommen eine Steuer-Rückzahlung und können das Geld nicht mit der nächsten Steuernachzahlung verrechnen lassen, weil das „eine andere Rechnungsstelle ist“.

Was erzählt sie denn jetzt wieder? Was hat das mit Apotheken zu tun? Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil 3: Bestellungen über einen Fremdanbieter

Letzte Woche bei uns in der Apotheke: Telefonische Anfrage des Kunden, ob wir Lantarel Fertigspritzen vorrätig haben. Hatten wir nicht, der Großhandel meldet auch, dass es nicht zu bekommen ist. Es gibt zwar Alternativen und auch der Rabattvertrag der Krankenkasse hätte uns Spielraum gegeben (immerhin drei(!) mögliche Medikamente, das hilft bei Lieferengpässen meist), allerdings teilte uns der Patient mit, dass es nur „das Original“ Lantarel sein dürfte, alles andere würde nicht vertragen werden. Weiterlesen

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DocMorris: Strafe verjährt

DocMorris: Strafe verjährt

Was mich wahnsinnig aufregt:
Die allseits bekannte und bei sparwilligen Kunden vielfach beliebten niederländischen Versandapotheken DocMorris und Europa Apotheek Venlo haben lange Zeit gegen die für deutsche Apotheken geltenden Gesetze und Vorgaben verstoßen.

Nicht nur, dass diese und andere aus dem Ausland versendende Apotheken den hiesigen Apotheken den Markt streitig machen. Nein, sie halten sich dabei auch nicht an die Auflagen, deren Nichtbeachtung bei deutschen Apotheken sofort geahndet werden.

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Palliativversorgung, Schmerzpumpen und die Krankenkassen

Als palliativversorgende Apotheke mit den Versorgungsformen „Hospiz, Allgemeine Ambulante Palliativversorgung und Spezielle Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) wundern wir uns im „Innenverhältnis“ zu unseren „Partnern“, den Krankenkassen, langsam über gar nichts mehr. Erst recht nicht nach Einführung der DRG`s 2013 auf den Palliativstationen der Krankenhäuser, denn …….

9 Tage (allerhöchstens 11) müssen reichen, um entweder gestorben zu sein oder stabilisiert zum Sterben in das häusliche Umfeld oder in ein Hospiz (Cave: Wartelisten!) entlassen zu werden!

Dies geschieht mit Regelmäßigkeit sehr häufig am Freitag, wenn das Pflegepersonal dank Wochenende sich zu halbieren droht.

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Nullretax 137,04 € bei Substitutionstherapie

Null-Retax wegen fehlender Gebrauchsanweisung auf einem BtM-Rezept zur Drogen-Substitutionstherapie.

Ok – man  könnte sagen, der (unbestritten hohe) Schutzzweck  der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung rechtfertigt ein hartes Durchgreifen bei Fehlern.
Aber ganz grundsätzlich ist natürlich auch hier die Frage erlaubt, ob es fair und legitim ist, der APOTHEKE die Lieferung des korrekten Arzneimittels nicht zu bezahlen, weil der ARZTPRAXIS ein formaler Fehler unterlaufen ist.

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Nullretax 32,73 € BEK

Verordnet: Vortex Maske M ab 2 Jahren (Inhalierhilfe für Kinder)

Abgegeben: Vortex Maske M ab 2 Jahren

32,73 € Nullretax der BEK, da wir als Apotheke nicht berechtigt sind, eine Inhalierhilfe für Kinder zu beliefern, weil wir für diese Produktgruppe keine Präqualifizierung beantragt haben. Das Kind wurde von uns zwar schnell und korrekt versorgt, die Bezahlung der Leistung jedoch aufgrund der fehlenden bürokratischen Voraussetzungen untersagt.

PS: Ein Präqualifizierungsantrag für drei Jahre „Lieferberechtigung“ kostet ca. 175 € und einiges an weiterer Zeit und Gebührenbescheiden bei verschiedenen Ämtern …

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Nullretax 335,62 € DAK – Einspruch anerkannt

Verordnet: Buprenorphin AWD 70 µg 16 Pflaster

Abgegeben: Buprenorphin AWD 70 µg 16 Pflaster

335,62 € Nullretax der DAK (nach 9 Monaten…), da zwar die Sonder-PZN für pharmazeutische Bedenken, aber kein Text aufgetragen wurde. (Das Mittel steht als starkes Opioid (Schmerzmittel) auf der nächsten Substitutionsausschlussliste, weil es eben aus pharmazeutischen und medizinischen Gründen nicht ausgetauscht werden soll. Die Gründe dafür sind quasi allgemein bekannt und können in diversen Fachmedien nachgelesen werden).

Unser Einspruch wurde aus Kulanz anerkannt.

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Nullretax AOK Nordost: 66,40 €

Verordnet: 5 x Mono Flo Drainage Beutel (Urinbeutel mit Ableitung)

Abgegeben: 5 x Mono Flo Drainage Beutel

Ablehnung der Erstattung durch AOK Nordost, da die Abgabe von derartigen Urinbeuteln vorher genehmigt werden muss. Hinweis, dass die Verordnung nach erfolgter Genehmigung erneut eingereicht werden kann.

Genehmigung beantragt. Genehmigung abgelehnt mit dem Hinweis, dass derartige Urinbeutel nicht mehr von Apotheken abgegeben werden dürfen. Den zweiten Kreislauf haben wir uns dann gespart … Die Krankenkasse hat ebenfalls gespart, nämlich die Kosten für die Versorgung, denn die haben wir – da die Patientin die Beutel dringend benötigte – auch ohne Genehmigung vorgenommen. Auf eigene Kosten.

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Nullretax HEK: 48,48 €

IMG_8793Verordnet: Novopulmon 200 Novolizer 2 x 200 ED

Abgegeben: Novopulmon 200 Novolizer 2 x 200 ED

48,48 € Nullretax nach neun Monaten, da von uns vergessen wurde, das Sonderkennzeichen für pharmazeutische Bedenken (Noncompliance Polymedikation) zu vermerken, da der Rabattvertragsartikel andere Indikationen und eine andere Bedienung der Inhalierhilfe bedingt hätte.

Unser Einspruch („Tut uns sehr leid, dass wir das Kennzeichen vergessen haben, aber der Patient benötigt das in der Handhabung bekannte Präparat.“) wurde seitens der Krankenkasse abgelehnt, da die Begründung vorher hätte aufgetragen werden müssen.

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Teilretax 202,04 € Deutsche BKK

IMG_8792Verordnet: Sifrol 0,12 30 Stück

Abgegegen: Sifrol 0,12 30 Stück.

202,04 € Teilretax nach 12 Monaten, da wir vergessen haben, das Sonderkennzeichen sowie eine Begründung (Noncompliance wegen Polymedikation) aufzutragen.

Unser Einspruch, dass wir es sehr bedauern, Kennzeichen und Begründung vergessen zu haben (Patient musste dringend versorgt werden und reagiert aufgrund der Polymedikation sehr ängstlich auf Präparatewechsel) hat die Krankenkasse nicht anerkannt, es wurde auf den Preis des Rabattpartners gekürzt.

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