Nullretax DAK: € 1.792,97 Einspruch abgewiesen

Lorenz Weiler
Lorenz Weiler

In diesem Retaxfall war vom Arzt das aut-idem-Kreuz gesetzt, was den Austausch mit einem Rabattarzneimittel normalerweise wirksam ausschließt, da diese in 99,9% der Fälle Generika sind. In diesem Fall war aber das Rabattarzneimittel kein Generikum, sondern ein Reimport, also ein aus dem Ausland aufgekauftes Originalpräparat, das der Arzt verordnet hat.

Reimporte kann das Kreuz aber grundsätzlich nicht ausschließen. Einzige Ausnahme und nur bei Ersatzkassen: Wenn der Art eine medizinische Begründung handschriftlich zufügt. Der Vermerk „Kein Reimport“ ist übrigens noch keine Begründung in diesem Sinne, sondern es muss mindestens lauten: „Aus medizinischen Gründen kein Reimport.“. Bei allen anderen Kassen gibt es aber auch diese Ausnahme nicht.

Dabei wird auf perfide Weise eine Regelung für die Förderung der Importe, welche maximal mit einem Malus auf die Preisdifferenz „strafbewehrt“ ist, für die Alles-oder-Nichts-Regelung der Rabattverträge „von hinten durch die Brust“ missbraucht.

Die DAK lässt sich trotz nachträglicher Begründung durch die Arztpraxis hier auf keine Diskussion ein und reibt sich genüsslich die Hände, denn ihr Versicherter ist nun kostenlos und pharmazeutisch korrekt beliefert worden. Bei mir ist übrigens kein Mitarbeiter mehr bei der DAK versichert. Und bei Ihnen?

Ich warte nun auf den ersten Sovaldi Reimport mit einem VK von 20.000 € als Rabattpartner. Das wird eine veritable Apothekenfalle mit Knockout-Charakter. Sollten Sie also einen pharmazeutischen Mitarbeiter kündigen, empfehle ich vor diesem Hintergrund, diesen sofort freizustellen. Seine Rache könnte sonst teuer bis existenzgefährdend werden.

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