Nicht lieferbare Arzneimittel (Teil 2)

Gerade eben wieder so ein Fall: ein Medikament, das wir üblicherweise für einen Kunden vorrätig halten ist nicht über den Großhandel zu bekommen. Also Anruf beim Hersteller. Dort erhalte ich die Auskunft, dass ausreichend Ware vorhanden sei, unser Großhandel aber derzeit nicht beliefert wird. Meine Frage, ob es schon wieder Skontostreitigkeiten gibt, wird prompt bejaht und ich werde darauf hingewiesen, dass ich die Medikamente ja direkt bestellen könnte. Allerdings muss ich dann erst mal einen Auftrag in Höhe von 50 Euro zusammen bekommen, unter dieser Grenze wird nicht ausgeliefert. Nun kostet das Medikament, das wir für unseren Kunden brauchen gerade mal 4,25 Euro, da wird das mit den 50 Euro wohl nichts werden. In diesem Fall kann ich das Problem schnell lösen, weil wir durch den Boykott des Herstellers einige Medikamente derzeit nicht da haben. Glück gehabt.

Dieses Problem tritt immer mal wieder auf und es nervt ebenfalls gewaltig (ähnlich wie die schon beschriebene Nicht-Lieferfähigkeit). Der Hersteller meint, dass er seine Verkaufsbedingungen ändern muss, der Großhandel möchte die neuen Bedingungen nicht akzeptieren und wird deshalb nicht mehr beliefert. Derzeit streitet sich also unser Großhandel mal wieder mit einem Generikahersteller. Es geht ums Skonto, also einen Rabatt für ein früheres Zahlungsziel. So einen Streit gab es bereits im letzten Jahr, und natürlich ist sowas nicht auf Generikahersteller begrenzt. Vor ein paar Jahren gab es das auch schon bei einem Hersteller von Insulinen.

Ausbaden müssen das dann die Apotheke, die einen deutlich höheren Aufwand betreiben muss, und natürlich der Patient, der länger auf sein Medikament warten muss als üblich. Mit etwas Glück kommt der Patient aber nicht auf den letzten Drücker und die Lieferzeit von 2-3 Tagen (statt 2-3 Stunden über den Großhandel!) kann überbrückt werden.

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