Lieferengpässe Teil 3: Bestellungen über einen Fremdanbieter

Letzte Woche bei uns in der Apotheke: Telefonische Anfrage des Kunden, ob wir Lantarel Fertigspritzen vorrätig haben. Hatten wir nicht, der Großhandel meldet auch, dass es nicht zu bekommen ist. Es gibt zwar Alternativen und auch der Rabattvertrag der Krankenkasse hätte uns Spielraum gegeben (immerhin drei(!) mögliche Medikamente, das hilft bei Lieferengpässen meist), allerdings teilte uns der Patient mit, dass es nur „das Original“ Lantarel sein dürfte, alles andere würde nicht vertragen werden. Hersteller von Lantarel ist Pfizer. Und diese Firma bietet einen besonderen „Service“: man kann direkt aus der Warenwirtschaft über einen Fremdanbieter, der als Mittler fungiert, Medikamente bei Pfizer bestellen. Oder auch abfragen, ob ein Artikel lieferbar ist.

Also gut, die Abfrage brachte eine positive Rückmeldung und wir haben das Mittel gleich bestellt. Gestern fragt unsere Azubi, was denn mit dem Medikament sei, es sei ja immerhin schon seit einer Woche bestellt und müsste längst bei uns sein!?

Also schnell bei dem Betreiber der Bestellplattform angerufen. Dort erhalte ich folgende Auskunft: Der Betreiber der Plattform würde Bestellungen immer bestätigen, egal ob der Hersteller liefern kann oder nicht!!! Es könnte also sein, dass Pfizer keine Ware hat, das würde man beim Betreiber der Bestellplattform nicht sehen, weil Pfizer das nicht wolle!? Ich müsste das mit Pfizer klären, was ich gleich tat.

Dort teilt man zunächst mit, dass die Lantarel Fertigspritzen bis Mitte Mai nicht lieferbar seien und dass das Problem mit der Bestellplattform bekannt sei. Man würde an einer Lösung arbeiten … Na toll, bis dahin gucken Patient und Apotheke ziemlich dumm aus der Wäsche!

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