In jener Nacht. – Als die unabhängige flächendeckende Arzneimittelversorgung der Staatsräson geopfert wurde

 

Josef Türk junior / pixelio.de
Josef Türk junior / pixelio.de

„Schon wieder“, stöhnte Angie, als ihr rotes Privattelefon zum wiederholten Mal in dieser Nacht klingelte. „Joachim, geh Du doch bitte mal ran! Ich kann jetzt grad nicht, ich muss immer noch die vielen Scherben vom Regieren zusammenfegen!“, bat sie leicht genervt und ebenfalls zum wiederholten Male ihren Mann, aber der war sauer. Oder Sauer? So ganz genau wusste sie es jetzt auch nicht mehr, aber seit sie in dieser Kollisionsrunde (oder war es die Koalitionsrunde?) am Mittwoch so gar nichts Substanzielles mehr beschlossen und vor allem keine Lösung für die zusammenbrechenden Vor-Ort-Apotheken in Deutschland gefunden hatten, hatte sie permanent dieses Klingeln im Ohr.

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Horrorwichteln leicht gemacht!

Dickimatz / pixelio.de
Dickimatz / pixelio.de

Weihnachts-Wichteln kennen Sie. Aber derzeit erfreut sich auch das sogenannte „Horrorwichteln“ immer größerer Beliebtheit. Es gehört zur Vorweihnachtszeit wie Glühwein, Punsch und Plätzchen und wird mittlerweile sogar von bundesdeutschen PolitikerInnen unterstützt und gefördert. Anders kann ich mir gerade als Apothekerin die Vehemenz, mit der einzelne Personen mit ihren Äußerungen die Öffentlichkeit belästigen, sonst nicht erklären.

Was oder wen braucht also eine gesellige Runde von, sagen wir mal,
Apothekerinnen und Apothekern zu einem gelungenen Abend voll Horror (also außer Alkohol und Gebäck)? Weiterlesen

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Nullretax DAK: € 1.792,97 Einspruch abgewiesen

Nullretax DAK: € 1.792,97 Einspruch abgewiesen

Lorenz Weiler
Lorenz Weiler

In diesem Retaxfall war vom Arzt das aut-idem-Kreuz gesetzt, was den Austausch mit einem Rabattarzneimittel normalerweise wirksam ausschließt, da diese in 99,9% der Fälle Generika sind. In diesem Fall war aber das Rabattarzneimittel kein Generikum, sondern ein Reimport, also ein aus dem Ausland aufgekauftes Originalpräparat, das der Arzt verordnet hat.

Reimporte kann das Kreuz aber grundsätzlich nicht ausschließen. Einzige Ausnahme und nur bei Ersatzkassen: Wenn der Art eine medizinische Begründung handschriftlich zufügt. Der Vermerk „Kein Reimport“ ist übrigens noch keine Begründung in diesem Sinne, sondern es muss mindestens lauten: „Aus medizinischen Gründen kein Reimport.“. Bei allen anderen Kassen gibt es aber auch diese Ausnahme nicht.

Dabei wird auf perfide Weise eine Regelung für die Förderung der Importe, welche maximal mit einem Malus auf die Preisdifferenz „strafbewehrt“ ist, für die Alles-oder-Nichts-Regelung der Rabattverträge „von hinten durch die Brust“ missbraucht.

Die DAK lässt sich trotz nachträglicher Begründung durch die Arztpraxis hier auf keine Diskussion ein und reibt sich genüsslich die Hände, denn ihr Versicherter ist nun kostenlos und pharmazeutisch korrekt beliefert worden. Bei mir ist übrigens kein Mitarbeiter mehr bei der DAK versichert. Und bei Ihnen?

Ich warte nun auf den ersten Sovaldi Reimport mit einem VK von 20.000 € als Rabattpartner. Das wird eine veritable Apothekenfalle mit Knockout-Charakter. Sollten Sie also einen pharmazeutischen Mitarbeiter kündigen, empfehle ich vor diesem Hintergrund, diesen sofort freizustellen. Seine Rache könnte sonst teuer bis existenzgefährdend werden.

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Ja, ich gestehe! – Gedanken zum EuGH-Urteil

Bredehorn Jens / pixelio.de
Bredehorn Jens / pixelio.de

Ich bin Teil einer Verschwörung, gehöre zur „Pharma-Mafia“, treibe in Deutschland die Preise für die Medikamente vom Arzt (=Rx) in schwindelerregende Höhen, profitiere von einem korrupten Gesundheitssystem, das wir Apothekerinnen und Apotheker uns nicht nur ausgedacht haben, sondern auch seit dem Mittelalter mit Morgenstern, Revolver und Lobbyarbeit vehement verteidigen, bereichere mich an Leid und Siechtum der Kranken, kann gar nicht genug kriegen von Geld-Geld-Geld und möchte jetzt auch noch verhindern, dass jemand seine Medikamente billiger bekommt!

So oder so ähnlich scheint bei einigen Leuten die Vorstellung über das Apotheker-Dasein zu sein… Nein, wir sind nicht bei den täglichen Schmuddel-Sozialneid-Dokusoaps der Privatsender (Wer verklagt die übrigens mal wegen „intellektueller Folter“ vor dem EuGH?), sondern bei den Medien, die bisher eigentlich eine gewisse geistige Grundausstattung vorausgesetzt haben. Wobei das bei der Mehrheit der Kommentatoren wohl bezweifelt werden muss….

Was ist passiert? Weiterlesen

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Starbucks, Apple, McDonalds und die Apothekenketten

Bild: Pharmama's Blog
Bild: Dank an Pharmama / www.pharmama.ch

Liebe Politiker,

die ersten Drei sind „Heuschrecken“, klar.
Aber die  Apothekenketten sind toll, oder?
Bei den ersten drei Namen denkt Ihr vermutlich an Steuervermeidungsmodelle erster Güte, beim Begriff „Apothekenketten“ wird’s Euch aber heimlich immer ganz warm ums Herz – nur offiziell aussprechen und zugeben dürft Ihr das nicht, das erledigen für Euch die Krankenkassen oder die Medien. Weiterlesen

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DSDS – Deutschland sucht das Super-Privatrezept

Georg Philipski / pixelio.de
Georg Philipski / pixelio.de

Ein Arzt hat mir mal gesagt, dass ein Privatpatient sozusagen drei Kassenpatienten mit „durchzieht“. Und auch für Apotheken waren ja Privatrezepte durchaus mal attraktiv. Aber das soll hier nicht das Thema sein, sondern das Privatrezept bzw. die nahezu unendliche Zahl an Rezept-Formular-Variationen. Ich habe nämlich manchmal das Gefühl, mich in einer Runde von DSDS zu befinden: Welcher Arzt hat denn nun das schönste/ausgefallenste/ bunteste ….Rezept-Formular?

Bei dem, was in der Apotheke so vorgelegt wird, kann man die ganze Bandbreite an grafischen Ideen bewundern: Es gibt nahezu alle Farben des Regenbogens von blau über pink zu petrol, dazu Wasserzeichen, allerlei Logos, Hintergrund der von rot oben nach pink unten verläuft, jede Menge schicke Schriftarten, Hoch- oder Querformat, Adresse oben rechts oder unten links…… Weiterlesen

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Das ganze Leben ist eine Schnitzeljagd! – oder: Finde den verordnenden Arzt im Krankenhaus

Peter Smola / pixelio.de
Peter Smola / pixelio.de

Während Hape Kerkeling ja glaubt, das ganze Leben sei ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten, glaube ich inzwischen, dass das ganze Leben eine Schnitzeljagd ist. Jedenfalls als Apotheker und erst recht, wenn man als solcher Rücksprache mit einem Arzt wegen einer unklaren Verordnung halten muss. Und das muss man ziemlich oft, weil es einerseits so viele Regelungen gibt, die zu beachten sind und andererseits so viele Ärzte, die sich diese Regeln irgendwie so gar nicht merken können.

Unsere letzte Schnitzeljagd fand letzte Woche in der beliebten Telefonversion statt, bei der wir versuchen, den verordnenden Arzt in einer großen Berliner Klinik („Charité? Oje!“) so schnell wie möglich ausfindig zu machen. Das kann ein Weilchen und auch mal ein paar Tage dauern, egal, wann man anruft, denn die – wenn überhaupt – angegebenen Telefonnummern werden mit einem Zufallsgenerator ermittelt und sind selten „echt“. Ebenso wie die Stempel der angeblich verordnenden Ärzte. Was vielleicht auch der Grund ist, weshalb die Stempel mit Arztnamen und Berufsbezeichnung gerade in Kliniken gar nicht erst aufgedruckt werden. Das ist dann sozusagen der Bonus-Level „Hieroglyphen-Raten“ bei der Schnitzeljagd und der Nullretax-Bonus für die Krankenkassen … Weiterlesen

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Wer sind die wahren Abzocker im Gesundheitssystem?

Deborah Hof-Klatt
Deborah Hof-Klatt

„Millionenbetrug in Apotheken mit Luftrezepten“ – so lautet heute eine große Schlagzeile der Sonntagszeitungen. Da ist mir doch fast mein von den Kindern so liebevoll vorbereitetes Muttertagsfrühstück im Hals stecken geblieben! Ärzte und Apotheker machen angeblich gemeinsame Sache und bereichern sich gemeinsam an gefälschten „Luftrezepten“. „Die Welt“ zum Beispiel behauptet nicht nur, dass Betrug mit solchen eingereichten und nicht belieferten Rezepten existiert. Nein, es ist sogar von „hohen Dunkelziffern“ die Rede, die Krankenkassen ermittelten laut Artikel in fast allen Bundesländern.

Einige Kriminelle gibt es sicher in jedem Berufsstand. Wie die ein solches Vorgehen überhaupt bewerkstelligen, ist mir ein Rätsel, wenn man die engmaschige Kontrolle bedenkt, die im Gesundheitssystem üblich ist. Ärzte müssen Verordnungen, besonders kostspielige, vor den Krankenkassen verantworten und ein Budget einhalten. Der Apotheker hat die Pflicht zur unverzüglichen Belieferung mit noch dazu möglichst wirtschaftlicher Abrechnung. Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil x – Luftnummer mit Metoprolol 200 mg

Foto: Dr. Kerstin Kemmritz
Foto: Dr. Kerstin Kemmritz

„Metoprolol 200 mg retard 100 Stück“ steht auf dem Rezept, das mir mein Stammkunde am Samstag kurz vor Toresschluss noch in die Hand drückt. „Kriege ich das noch schnell?“ Na klar, kein Problem, Metoprolol ist ja schließlich nichts Besonderes, sondern ein alt-bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der ß-Blocker, der bei Bluthochdruck, Herzrasen und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Mein Stammkunde bekommt es gegen zu hohen Blutdruck. Haben wir darum immer an Lager, damit er sich nicht so aufregt ….

Aufregend wird es, als meine Apothekensoftware den berühmten „Dreizeiler“ auf dem Bildschirm anzeigt, der immer dann erscheint, wenn nichts erscheint. Also wenn die Ware nicht (mehr) an Lager ist. Ui, das wird jetzt peinlich… Na ja, bestimmt haben wir bei einem so gängigen Mittel noch die eine oder andere Herstellerfirma an Lager, dann muss ich ihm nur erklären, dass er diesmal eine andere Firma ausprobieren soll, wenn er sein Medikament gleich mitnehmen will. Gleich mitnehmen? Das scheint heute nichts zu werden, denn mein ganzes Warenlager ist frei von Metoprolol 200 mg retard! Weiterlesen

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Volles Risiko statt beschränkter Haftung! – Über den Kaufmann im Apotheker

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Reiner Sturm / pixelio.de

„e.K.“ Dieses Kürzel im Firmennamen steht nicht für „evangelische Kirche“, sondern für „eingetragener Kaufmann“. Oder Kauffrau. Und damit sind in Deutschland nicht nur jede Menge Vorurteile, sondern vor allem Rechte und Pflichten verbunden. Auch für Apotheker, denn die sind als Inhaber einer eigenen Apotheke im Gegensatz zu den Ärzten nicht nur Heilberufler, sondern auch Kaufleute. Jedenfalls auf dem Papier, das sich Handelsregister nennt, denn die Kaufmannseigenschaften sind in den letzten Jahren gerade bei den Apothekern immer mehr auf reine Pflichten wie die Bilanzierungspflicht, die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer und die vollumfängliche Haftung des Apothekenleiters für alle Schulden und Risiken aus dem Apothekenbetrieb reduziert worden. Weiterlesen

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Gut gebrüllt, Löwe! – Wenn aus Resonanz Recherche wird

Marion / pixelio.de
Marion / pixelio.de

Für Ihre launige Glosse über ihre Erfahrungen in mehreren Berliner Apotheken bekam die Journalistin Karin Stemmler von der Berliner Zeitung jede Menge Resonanz. Viel Verständnis von Apothekenkunden und ziemlich aufgeregte Kommentare vor allem von jeder Menge Apotheker-Kollegen, die sich zu unrecht an den Pranger gestellt fühlten.

Ein ideales Klima also für einen „richtigen“ Artikel über die Hintergründe dessen, was die sonst so sanften Apotheker aus der Haut fahren ließ! Und so ist der Artikel „Ich verstehe, wenn Patienten sauer sind!“ in der Berliner Zeitung vom 12.04.16 das Ergebnis eines mehrstündigen Besuchs in einer Apotheke, bei dem mit Frau Stemmler eine Journalistin, der ihr Beruf am Herzen liegt, auf eine Apothekerin traf, die ihren Beruf mindestens ebenso liebt. Aber lesen Sie hier den Artikel in der Berliner Zeitung selbst!

BLZ_15-12

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/apothekerin-kemmritz-versteht–wenn-patienten-sauer-sind-23870370

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Theodor Fontane und die Barrierefreiheit

Von Paulae modified by xavax - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7599029
Von Paulae modified by xavax – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7599029

 

Es ist Urlaubszeit und ich fahre mit meiner Familie durch die erblühende brandenburgische Landschaft. Niedliche kleine Dörfer mit wunderschönen alten Häusern zeigen sich in der Frühlingssonne von ihrer schönsten, renovierten Seite. Alle Häuser haben kleine Stufen vor den im Hochparterre gelegenen, gut geschützten Eingängen. Vor einigen stehen Bänke, auf denen ältere Menschen in der Sonne träumen. Vor anderen spielen Kinder oder sitzen Mütter mit Kinderwagen. Die Zeit steht still und fast spürt man den Geist Theodor Fontanes bei seinen Reisen durch die Mark.

In den größeren Ortschaften steht sogar noch die Kirche im Dorf. Und oft genug auch noch die Apotheke. Aber nicht mehr lange, denn wunderschön sehen sie zwar aus, diese Land-Apotheken, historisch und stattlich in bestens restaurierten Häusern. Geschmückt sind sie, mit schmiedeeisernen Firmenschildern, die Erfahrung und Tradition ausdrücken! Jahrhundertelange Tradition. Aber egal, damit ist bald Schluss, denn diese Apotheken haben – wie so viele Häuser nicht nur in der Mark Brandenburg, sondern auch in Großstädten – hohe Stufen vor den Eingängen im Hochparterre! Weiterlesen

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Apotheken-Monopoly? – Die Spielregeln

EreigniskarteWahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der noch nie das gute alte Glücks- und Gesellschaftsspiel „Monopoly“ gespielt hat, das es inzwischen in gefühlt 1000 Versionen gibt: Mickey Mouse, Spongebob, Big Bang Theory oder Breaking Bad. Alles schon da. Selbst Städte-Versionen wie „Gladbach“ oder „Zwickau“ sind im Handel… Zwickau??? Na gut, aber was wirklich noch fehlt, ist ein Berufe-Monopoly! Wie wäre es denn mit einer Apotheken-Version, frei nach echten Begebenheiten?

Werfen wir doch schon mal einen Blick in mögliche Spielregeln: Weiterlesen

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Scheiß drauf! – Windelpauschalen

Windelersatz der Knappschaft
Windelersatz der Knappschaft mit Happy End?

Sorry, der Artikel ist nichts für zartbesaitete Gemüter, aber das liegt nicht an mir, sondern an den Windelpauschalen! Das ist der Preis, zu dem eine kranke Kasse, schon wieder sorry: Krankenkasse, die Leistungserbringer zwingt, eine Leistung zu erbringen. Dabei wird frei nach dem Motto „Ex oder hopp!“ verhandelt, d.h. wer nicht bereit ist, eine Leistung zu Dumping-Preisen zu erbringen, fliegt raus. Oder muss krumme Sachen machen oder vertragswidrige Qualität liefern. Und das will ja keiner.

Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung nicht, weshalb er jetzt nicht die Krankenkassen zwingt, solche Ausschreibungen zu beenden, sondern die Qualitätskriterien erhöht. Logik ist etwas anderes …

Bevor Sie weiterlesen, dürfen Sie bei unserer kleinen Schätzung mitmachen:

Was ist eine Krankenkasse bereit, für die Versorgung Erwachsener, die pro Tag drei Windeln benötigen (3 x 30=90 Stück) zu zahlen, wenn diese auch noch nach Hause geliefert werden? Sind es:

  • a) 45 €
  • b) 90 €
  • c) 150 € oder
  • d) weniger als 20 €?

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Phantomgeld ….

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Konto mit mehreren tausend Euro Guthaben und kommen NIE im Leben dran – Ihre Erben, Ehepartner, Kinder oder Nachfolger übrigens auch nicht!

Oder Sie bekommen eine Steuer-Rückzahlung und können das Geld nicht mit der nächsten Steuernachzahlung verrechnen lassen, weil das „eine andere Rechnungsstelle ist“.

Was erzählt sie denn jetzt wieder? Was hat das mit Apotheken zu tun? Weiterlesen

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Frühlingsgefühle ?

Ich wollte was Launiges, was zum Schmunzeln schreiben – schließlich drängt der Frühling mit Macht ins Land,  die Uhren laufen auf Sommerzeit (ICH liebe sie) und für Nicht-Allergiker beginnt die schönste Zeit des Jahres.

Es kam mal wieder anders…..

Eine Kollegin verwies in facebook auf einen Artikel in der Berliner Zeitung vom 24. März, in welchem sich die Autorin Frau Stemmler über die Apotheken aufregt: Zuviel Nebensortiment, zuwenige Medikamente auf Lager, immer, immer, immer, müßte bestellt werden, nichts wäre jemals da ….

Da war es wieder – das Unverständnis in weiten Teilen der Bevölkerung, was in den Apotheken im Hintergrund an „Bürokratie“ so alles anfällt, warum oft Medikamente bestellt werden müssen
(In manchen Fällen hat ein und die selbe Krankenkasse für eine kleine Schachtel und eine große Schachtel des gleichen Medikamentes ZWEI verschiedene Hersteller als Rabatt-Vertrags-Partner!),  warum wir soviel Zeit mit dem Blick in den Computer statt in die Augen des Kunden/Patienten verbringen müssen.

Aber: Halten wir uns ohne Begründung nicht an die von den Krankenkassen geschlossenen Rabattverträge, bekommen die Apotheken das Medikament schlichtweg überhaupt nicht bezahlt…. und bei ca. 134 Krankenkassen kommen einige Verträge zusammen, die es zu beachten gibt!  Im April gibt’s übrigens wieder neue Verträge – wir können uns ALLE schon mal einfürchten! Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil 3: Bestellungen über einen Fremdanbieter

Letzte Woche bei uns in der Apotheke: Telefonische Anfrage des Kunden, ob wir Lantarel Fertigspritzen vorrätig haben. Hatten wir nicht, der Großhandel meldet auch, dass es nicht zu bekommen ist. Es gibt zwar Alternativen und auch der Rabattvertrag der Krankenkasse hätte uns Spielraum gegeben (immerhin drei(!) mögliche Medikamente, das hilft bei Lieferengpässen meist), allerdings teilte uns der Patient mit, dass es nur „das Original“ Lantarel sein dürfte, alles andere würde nicht vertragen werden. Weiterlesen

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DocMorris: Strafe verjährt

DocMorris: Strafe verjährt

Was mich wahnsinnig aufregt:
Die allseits bekannte und bei sparwilligen Kunden vielfach beliebten niederländischen Versandapotheken DocMorris und Europa Apotheek Venlo haben lange Zeit gegen die für deutsche Apotheken geltenden Gesetze und Vorgaben verstoßen.

Nicht nur, dass diese und andere aus dem Ausland versendende Apotheken den hiesigen Apotheken den Markt streitig machen. Nein, sie halten sich dabei auch nicht an die Auflagen, deren Nichtbeachtung bei deutschen Apotheken sofort geahndet werden.

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Re-Präqulifizierung

Nach der Vorhölle kommt ja die eigentliche Hölle. So glauben es zumindest die Katholiken.

Bei Apothekers kommt nach der Präqualifizierung, die Kerstin Kemmritz schon beschrieben hat, nach fünf Jahren die Re-Präqualifizierung.

Und jetzt glauben Sie bitte nicht, dass man einfach sagen kann: „Hallo, ich bin vor fünf Jahren präqualifiziert worden, es hat sich nichts geändert, ich möchte bitte alle Bereiche weiter versorgen“. Nein, so geht das nicht. Denn wir befinden uns in Deutschland und da muss alles seinen ordnungsgemäßen Gang gehen! Weiterlesen

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Nicht lieferbar: Johanniskraut – da wird man depressiv ((

Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de
Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Es stimmt, manche Tage sind wie gemacht für Antidepressiva: Ende der letzen Woche hat es geschneit, ganz plötzlich in riesigen Flocken und als ich nach einer halben Stunde rausgeschaut habe, war alles weiß! Das hat nicht nur mich frustriert, so drei Tage vor Frühlingsanfang, sondern auch unsere Kunden bzw. Patienten. Schon um 10:00 Uhr vier Rezepte mit diversen Antidepressiva und dann – logisch, oder? – das Rezept mit Laif 900 100 St.

Eigentlich bin ich Johanniskraut gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt (ich finde, positive Einstellung hilft immer bei der Beratung), wir haben sogar eine tolle Dekoration mit selbst entworfenem Johanniskraut-Poster  (Johanniskraut ist eine hübsche Pflanze mit gelben Blüten und macht sich schon selbst gut bei trübem Wetter) und diversen Infos dazu im Schaufenster und auf unserer Website. Wahrscheinlich hat das den Patienten motiviert, zu uns zu kommen.

Eigentlich toll, hat also unser Marketing geklappt, doch das „blöde Zeug“ ist ja nun schon seit längerer Zeit „defekt“ (also nicht lieferbar) und der Liefertermin Ende Februar – Anfang März – Mitte März….. Sanktnimmerlein. Weiterlesen

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