Notdienst – auch in Zukunft noch so?

emergency-1137137_640Gerade (Samstag) sitze ich im Notdienst und bin heute mal wieder beeindruckt, was so alles bei mir aufschlägt, wo ich helfen kann und wo ich hätte helfen können, wenn die Krankenkassen nicht schon jetzt einen Strich durch die Versorgungs-Rechnung gemacht hätten:

Eine Diabetikerin mit Insulinumpe ist bei ihrem Freund zu Besuch. Das Insulinfläschchen neigt sich dem Ende zu und sie hat den Adapter von der Pumpe zur Durchstechflasche zu Hause vergessen. Da ist guter Rat teuer, denn wir sind seitens der Krankenkassen aus der Pumpenversorgung (Hilfsmittel) quasi ausgeschlossen und haben hier keine passenden Adapter vorrätig. Weiterlesen

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Warum wir sonst noch wichtig sind

© Tim Reckmann / pixelio.de
© Tim Reckmann / pixelio.de

Klar, Apotheken versorgen Menschen mit Arzneimitteln. Das ist unser gesetzlicher Auftrag und dafür erhalten wir a) unser Honorar und b) einige – wie ich inzwischen meine – zweifelhafte Privilegien (Stichwort „Apothekenmonopol“). Daneben tun wir aber noch viel mehr:

  • Wir sind DER Ansprechpartner für kleine Wehwehchen und „Befindlichkeitsstörungen“. Ohne Wartezeit, ohne „Sprechstunde“, einfach immer, wenn die Apotheke geöffnet hat. Und manchmal bekommen wir für gute Ratschläge auch mal kein Geld, so wie letztens bei einem Kunden, dessen Mutter verreist war und der sich Sorgen machte, weil sie ihren „Blutverdünner“ nicht dabei hatte.

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Der Weg des Geldes – ähhh Rezepts

Vorab bitte ich schon jetzt um Verzeihung für die vielen Querverweise, die dieser Artikel enthält. Allerdings ist es eben so, dass die Abrechnungsmodalitäten in der Apotheke extrem komplex sind, was eine massive Querverlinkung notwendig macht.

Wie kommen wir Apotheker an unser Geld? Nun – da gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die einfache Möglichkeit ist, dass der Patient mit einem Privatrezept in der Apotheke erscheint. Dann bezahlt er den Preis des Medikaments und der Vorgang ist für die Apotheke abgeschlossen.
  • Komplexer ist es bei Rezepten, die mit einer gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden.
    Muster 16 Rezeptformular
    Dann passiert – ganz unbemerkt von Ihnen als Patient – Folgendes:

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Wie viel Geld verdient eine Apotheke bei der Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments?

Ich hatte mal einen Kunden, der als Privatpatient ein Medikament gebraucht hat, das etwas über 600 Euro kostete. Dieses Mittel gab es in zwei Stärken, beide hatten den gleichen Preis. Dummerweise war die benötigte Stärke nicht lieferbar und der Hersteller empfahl, dass er doch 3 Packungen der niedrigen Stärke einnehmen sollte. Da man als Privatpatient seine Medikamente zunächst selbst bezahlen muss, war der Kunde natürlich mit 3x 600 Euro nicht einverstanden. Aber er hat sich interessiert, was ich denn an dem Medikament verdiene. Das ist kein Geheimnis, denn es ist bei verschreibungspflichtigen Medikamenten gesetzlich geregelt. Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil 3: Bestellungen über einen Fremdanbieter

Letzte Woche bei uns in der Apotheke: Telefonische Anfrage des Kunden, ob wir Lantarel Fertigspritzen vorrätig haben. Hatten wir nicht, der Großhandel meldet auch, dass es nicht zu bekommen ist. Es gibt zwar Alternativen und auch der Rabattvertrag der Krankenkasse hätte uns Spielraum gegeben (immerhin drei(!) mögliche Medikamente, das hilft bei Lieferengpässen meist), allerdings teilte uns der Patient mit, dass es nur „das Original“ Lantarel sein dürfte, alles andere würde nicht vertragen werden. Weiterlesen

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Re-Präqulifizierung

Nach der Vorhölle kommt ja die eigentliche Hölle. So glauben es zumindest die Katholiken.

Bei Apothekers kommt nach der Präqualifizierung, die Kerstin Kemmritz schon beschrieben hat, nach fünf Jahren die Re-Präqualifizierung.

Und jetzt glauben Sie bitte nicht, dass man einfach sagen kann: „Hallo, ich bin vor fünf Jahren präqualifiziert worden, es hat sich nichts geändert, ich möchte bitte alle Bereiche weiter versorgen“. Nein, so geht das nicht. Denn wir befinden uns in Deutschland und da muss alles seinen ordnungsgemäßen Gang gehen! Weiterlesen

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Nicht lieferbare Arzneimittel (Teil 2)

Gerade eben wieder so ein Fall: ein Medikament, das wir üblicherweise für einen Kunden vorrätig halten ist nicht über den Großhandel zu bekommen. Also Anruf beim Hersteller. Dort erhalte ich die Auskunft, dass ausreichend Ware vorhanden sei, unser Großhandel aber derzeit nicht beliefert wird. Meine Frage, ob es schon wieder Skontostreitigkeiten gibt, wird prompt bejaht und ich werde darauf hingewiesen, dass ich die Medikamente ja direkt bestellen könnte. Allerdings muss ich dann erst mal einen Auftrag in Höhe von 50 Euro zusammen bekommen, unter dieser Grenze wird nicht ausgeliefert. Nun kostet das Medikament, das wir für unseren Kunden brauchen gerade mal 4,25 Euro, da wird das mit den 50 Euro wohl nichts werden. In diesem Fall kann ich das Problem schnell lösen, weil wir durch den Boykott des Herstellers einige Medikamente derzeit nicht da haben. Glück gehabt. Weiterlesen

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Nicht lieferbare Arzneimittel

Ich hasse es: ein Stammkunde kommt vor knapp drei Wochen in die Apotheke und möchte sein Blutdruckmittel, das wir üblicherweise für ihn vorrätig halten. Der PC zeigt mir aber, dass wir den Artikel derzeit nicht da haben, eine kurze Online-Überprüfung beim Großhandel zeigt, dass das Medikament zur Zeit nicht lieferbar ist. Das Rezept wurde so ausgestellt, dass wir nur die eine Firma abgeben dürfen, die der Arzt verordnet hat, also zunächst Anruf beim Hersteller. Der meint, dass das Medikament Ende Februar wieder lieferbar sei. Unser Patient hat glücklicherweise noch für ca. 3 Wochen seine Tabletten, also vertrösten wir ihn und sagen im, dass er Ende Februar nochmal vorbeikommen soll. Weiterlesen

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