Teilretax 202,04 € Deutsche BKK

IMG_8792Verordnet: Sifrol 0,12 30 Stück

Abgegegen: Sifrol 0,12 30 Stück.

202,04 € Teilretax nach 12 Monaten, da wir vergessen haben, das Sonderkennzeichen sowie eine Begründung (Noncompliance wegen Polymedikation) aufzutragen.

Unser Einspruch, dass wir es sehr bedauern, Kennzeichen und Begründung vergessen zu haben (Patient musste dringend versorgt werden und reagiert aufgrund der Polymedikation sehr ängstlich auf Präparatewechsel) hat die Krankenkasse nicht anerkannt, es wurde auf den Preis des Rabattpartners gekürzt.

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„Ich soll Ihnen ein großes Lob bestellen!“

Der Mann sah wirklich schlecht aus. Ganz fahl im Gesicht und stark hustend kam er zur Tür herein. „Ich habe – hust, hust – die Grippe. Was haben Sie da für mich?“ Nachdem wir geklärt haben, dass er sich schon seit ein paar Tagen quält, es ihm schon lange nicht mehr so schlecht gegangen ist, er langsam gelblichen Schleim in der Nase hat und sich nachts halb tot hustet, empfehle ich ihm dringendst den Gang zum Arzt. Er wirkt wenig begeistert, fügt sich aber in sein Schicksal. „Na wenn Sie meinen, dass Sie nichts für mich haben…“

Zumindest nichts so richtig stark Wirksames.

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Ich liebe Feiertagsnotdienste!

Martin Berg / pixelio.de
Martin Berg / pixelio.de

Doch, wirklich! Da kann man noch so richtig Apotheker sein, Alternativen für die ausverkauften Erstwünsche suchen, „richtig“ wirksame Kombinationen zusammenstellen, von deren Wirkung man selbst und nicht nur die Nachbarin oder die Arzthelferin überzeugt ist.

Die Kunden BEDANKEN sich: „Ist das schön, dass Sie da sind!“ „Das ist so toll, dass hier eine Apotheke auf hat!“ „Wie gut, dass es sie/Sie gibt!“ Keiner meckert über die Preise, im Gegenteil: Trotz 2,50 € Notdienstgebühr gibt es noch Trinkgeld! Die Ärzte sind gesprächsbereit (Doch echt, selbst in der Rettungsstelle!) und mit dem vorgeschlagenen Austausch EINVERSTANDEN! („Na klar können Sie auch Cefuroxim geben statt Cefaclor-Saft. Ist mir sogar lieber, ich dachte nur, der ist nicht lieferbar?“)

Dank Privatrezepten gibt es kein Retaxrisiko (erst mal…) und sogar der Bereitschaftsarzt der KV ruft vorher an, welche Morphin-Ampullen denn vorrätig sind! SO macht Apotheker-Sein Spaß und Sinn! Wir haben einen tollen Beruf! Manchmal.

Liebe Grüße an alle Notdienst-Berufe!

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Was heißt hier Durchschnitt?

Ok, ich kann Sie nur warnen: Gleich wird der Alltag mal wieder so kompliziert, dass ihn auch viele Politiker nicht verstehen! Ob das jetzt was Besonderes ist, müssen Sie selber beurteilen, aber ich will mal versuchen, die Frage „Was verdient denn so ein Durchschnitts-Apothekenleiter?“ zu beantworten.

Bevor Sie weiterlesen, können Sie ja mal schätzen. Also: Glauben Sie, dass es …

a) ca. 200 000 Euro sind? (Diesen Eindruck haben einige Ärzte oder Zuschauer einschlägiger Fernseh-Doku-Formate der Variante „Undercover“)

b) ca. 125 000 Euro sind? (Diesen Eindruck hat beispielsweise die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Und sicher viele andere Menschen, die „offizielle“ Zahlen einfach so lesen, auch.)

c) etwa so viel Verdienst wie bei einem angestellten Apotheker ist? (Wie eher pessimistisch veranlagte Gemüter denken.)

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Windelweich?

Jeder, der Kleinkinder hat oder hatte, kennt die Zeiten, in denen die Windeleimer überquellen. Nicht gerade lecker, aber man weiß, es wird besser. Nicht so, wenn sich manches im Alter wiederholt, nur dass es bei den Windeln für Senioren nicht die Eimer, sondern die Windeln selber sind. Weil die Anzahl nicht ausreicht, sie oft genug zu wechseln. Und weil die Qualität, die für die Dumpingpreise geboten werden kann, unter aller Kanone ist. Oder schlicht und einfach: Besch…en! Und zwar ziemlich schnell… Weiterlesen

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Prä-QUAL-ifizierung

Eigentlich ist die Idee, alle zugelassenen Leistungserbringer für bestimmte Hilfsmittel in einer zentralen Stelle zu sammeln, ja nicht verkehrt. In einem Land, wo noch nicht einmal die Straftäter zentral erfasst werden, ja bereits geradezu revolutionär! Aber wie so oft, schießen wir Deutschen (nein, nicht nur die Preussen!) ordentlich über das Ziel hinaus, denn Präqualifizierung heißt an vielen Stellen unnötige, überbordende doppelte Bürokratie und entsprechenden Aufwand (Zeit und Geld) bei den Leistungserbringern. Weiterlesen

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HiMi-Bürokratie, die ins Auge geht.

Die junge Mutter steht mit einer Hilfsmittelverordnung vor mir in der Apotheke. Ihre Tochter schielt und soll dagegen eine Packung Okklusionspflaster bekommen, mit denen das Auge blickdicht abgedeckt wird, um den Augenmuskel zu entspannen. Eigentlich kein Problem, denn der Arzt hat Größe und Anzahl der Pflaster genau aufgeschrieben. Auch bei der Auswahl der diversen angebotenen „Verzierungen“ und Muster kenne ich mich aus: Auf keinen Fall nur „Prinzessin Lillifee“ nehmen, könnte ich der jungen Mutter raten, die wird irgendwann doch zu rosa. Vielleicht lieber „Elsa und Co“ oder doch etwas mehr „Monster High“ für die rebellische Phase?

Aber all das kommt gar nicht zum Tragen, denn stattdessen denke ich: „Oh Gott, ein Hilfsmittel! Das darf ich doch gar nicht beliefern? Ich bin doch nur Apothekerin!“ Wie? „Nur“ Apothekerin? Weiterlesen

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Nicht lieferbar: Pankreatin-Präparate

Inzwischen ist es leider schon „normal“, dass wir bei uns in Deutschland, der einstigen „Apotheke der Welt“ keine Pankreatin-Präparate mit 40.000 IE in gewünschter Qualität bekommen. Seit Wochen, wahrscheinlich Monaten komplett ausverkauft von allen Firmen, in allen Packungsgrößen. Die aufwändige Mängel- und Mangelverwaltung bei entsprechenden Rezepten gehört nun zu unserem Alltag, wobei es immer wieder Patienten und vor allem Arztpraxen gibt, die noch nie davon gehört haben. Wir stehen als Apotheker dann immer besonders dumm da, was nicht wirklich Spaß macht. Weiterlesen

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Ernährungslösung

PKU ist eine üble Stoffwechselkrankheit, die eine besondere Ernährung oder eine spezielle Ernährungslösung verlangt, da sie ansonsten zu letztendlich sogar tödlichen Mangelzuständen führen kann.

Der Arzt hat einer jungen Frau daher eine 3-Monats-Ration Spezialnahrung verordnet. So schnell wie möglich bestellen wir sie direkt beim Hersteller, damit die junge Frau versorgt ist. Kosten: Über 3000 €. Ende gut, alles gut? Mitnichten!

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Apothekensterben

Klar, der Begriff klingt ziemlich dramatisch, vor allem, wenn man in einer Gegend wohnt, wo man gefühlt an jeder Ecke eine Apotheke findet. Aber dennoch schließen seit 2008 Jahr für Jahr mehr Apotheken, also anderswo wieder eröffnet werden. Die meisten von ihnen „sterben“ leise. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Von Überschuldung, mangelnder Frequenz, fehlendem Nachfolger, zu hohen bürokratischen Auflagen (Barrierefreiheit auch bei alten Gebäuden) und unsicheren Rahmenbedingungen mit seit Jahren ausbleibender Honoraranpassung bis hin zu massiv zunehmender Gängelei und Bevormundung durch immer neue, zutiefst formalistische Auflagen, von denen wir viele auch hier auf der Homepage sammeln und anprangern.

Und so haben auch im letzten Jahr (2015) nach offiziellen Zahlen der Standesvertetung ABDA 364 Apotheken ihre Türen für immer geschlossen. Vielleicht kennen auch Sie eine Apotheke in Ihrer Nähe, die dazu gehört hat? Schreiben Sie uns.

Bericht z.B. in der SHZ: Hier geht`s zum Beitrag.

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Wahlfreiheit

Ist ein Rabattarzneimittel der Krankenkasse nicht lieferbar oder gibt es pharmazeutische Bedenken, also wichtige Gründe wie dringend notwendige Sofortversorgung, Allergien oder Unverträglichkeiten, die gegen die Abgabe eines Rabattarzneimittels sprechen, darf der Apotheker unter Angabe von Gründen das Rabattarzneimittel gegen ein wirkstoffgleiches Arzneimittel austauschen, das der Arzt verordnet hat oder das zu den drei preiswertesten gehört.

Manchmal sind es nur wenige Cent, die die „erlaubten“ Arzneimittel von den vorrätigen oder besser geeigneten trennen. Aber die Vereinbarungen des Sozialgesetzbuches kennen kein Pardon. Auch bei dringenden Fällen wie Antibiotika oder vom Hersteller nicht lieferbaren Rabattarzneimitteln darf der Apotheker nicht von dieser Regel abweichen. Der Patient bleibt dann ggf. unversorgt und muss sich ein neues Rezept besorgen. Nicht nur vor dem Wochenende oft genug ein unmögliches Unterfangen.

Also: Wahlfreiheit unter allen Arzneimitteln bei wichtigen Gründen!

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Kinderkapseln

Kapselherstellung in der Apotheke gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Arzneimittelherstellung, aber auch zu den langwierigsten, schließlich muss und möchte man dabei so genau wie möglich arbeiten. Kapseln sind echte Handarbeit. Gut, wenn man dafür ein wenig Zeit bekommt. Am besten ein paar Tage.

Bei uns musste es schnell gehen, denn das junge Mädchen hatte vergessen, sein Rezept über die Spezialdosierung der stimmungsausgleichenden Kapseln rechtzeitig einzulösen. „Schuld eigene“, könnte man jetzt sagen, aber der wehmütige Blick stimmte mich milder. Bei wem war nicht schon mal was Wichtiges unter die Räder geraten? Es tat ihr jedenfalls erkennbar leid. Weiterlesen

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