In jener Nacht. – Als die unabhängige flächendeckende Arzneimittelversorgung der Staatsräson geopfert wurde

 

Josef Türk junior / pixelio.de
Josef Türk junior / pixelio.de

„Schon wieder“, stöhnte Angie, als ihr rotes Privattelefon zum wiederholten Mal in dieser Nacht klingelte. „Joachim, geh Du doch bitte mal ran! Ich kann jetzt grad nicht, ich muss immer noch die vielen Scherben vom Regieren zusammenfegen!“, bat sie leicht genervt und ebenfalls zum wiederholten Male ihren Mann, aber der war sauer. Oder Sauer? So ganz genau wusste sie es jetzt auch nicht mehr, aber seit sie in dieser Kollisionsrunde (oder war es die Koalitionsrunde?) am Mittwoch so gar nichts Substanzielles mehr beschlossen und vor allem keine Lösung für die zusammenbrechenden Vor-Ort-Apotheken in Deutschland gefunden hatten, hatte sie permanent dieses Klingeln im Ohr.

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Gefangen im Netz! – Über Fernbehandlung und Arzneimittelversand.

pepsprog / pixelio.de
pepsprog / pixelio.de

Eigentlich ist in Deutschland ja der Handel mit und die Nutzung von falschen Titeln verboten, egal, ob es ein „von und zu“ oder ein Doktortitel ist. Auch das Einschalten eines Ghostwriters oder allzu intensives copy & paste zum Erschleichen einer Promotionsarbeit ist der Karriere nicht förderlich und kann schnell die Geisterjäger auf den Plan rufen. Die Geister, die man da rief, wird man im Gegensatz zum erschlichenen Titel dann sein Lebtag nicht los … Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil 4: NO Vaminsulfon

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Während ganz Deutschland den Impfpass oder jetzt wohl eher den Reisepass sucht, gibt es in den Apotheken seit geraumer Zeit ganz andere Pässe zu finden, die allerdings keiner sucht, weil sie niemand haben will: die Lieferengpässe. Ihre Bearbeitung, also die Suche nach Alternativen und Beschaffungsmöglichkeiten, ist fast so langwierig und aufwändig wie die Beantragung eines neuen Reisepasses. Geld, Zeit und Nerven kostet sie auch, denn die Apotheken haben Einiges zu tun, die Patienten zu beruhigen, nach Lieferterminen und Alternativen zu telefonieren, extra Bestellungen aufzugeben oder Rezepte ändern zu lassen, um die Versorgung mit wichtigen Medikamenten auch unter den schwierigen Bedingungen der Rabattverträge sicherzustellen. Weiterlesen

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Holländischer Käse oder: Was sind eigentlich Rx-Boni?

Annett Bockhoff / pixelio.de
Annett Bockhoff / pixelio.de

Holland ist nicht nur durch Heerscharen vagabundierender Wohnwagenfahrer, sondern auch durch den Export so unterschiedlicher Dinge wie Tulpen, Tomaten, Holzschuhe oder Fußballer-Ehefrauen bekannt. In Holland gibt es auch jede Menge Käse, wobei einem nicht nur Gouda, Edamer oder Leerdamer schwer im Magen liegen können.

Holländer versenden gerne Arzneimittel nach Deutschland (DocMorris ist nicht die einzige grenznahe Versandapotheke), fühlen sich aber trotzdem im freien Warenverkehr beschränkt und diskriminiert, weil sie in Deutschland aufgrund der Preisbindung verschreibungspflichtiger Arzneimittel keine Rabatte oder Bonussysteme gewähren dürfen und beim Versand von zwei Arzneimittelpackungen nicht noch den einen oder anderen Käse kostenlos an den Verbraucher mitschicken können. Weiterlesen

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Saturday Night Fever! – Wenn Krankenkassen aus der Reihe tanzen

Didi01 / pixelio.de
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Ja, ich gebe es hier vor aller Öffentlichkeit zu: Ich habe damals, in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrtausends als Jugendliche Filme wie „Saturday Night Fever“ mit John Travolta geliebt! Ja, ich habe sogar danach getanzt. Mehrmals. Und auch „Grease“ hat mir so gut gefallen, dass ich den Film öfter gesehen habe. Genauso wie „Top Gun“ mit Tom Cruise. Ich habe den Film sogar mal als Video-Kassette besessen, die ich verliehen, also quasi weiterverbreitet habe. Hätte ich damals geahnt, dass das vielleicht schon ausreichende Gründe dafür sein könnten, dass ich Diabetiker, die bei einer bestimmten Krankenkasse versichert sind, nicht mehr mit Hilfsmitteln versorgen darf: Ich hätte sie mir natürlich trotzdem angeschaut!

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Das ganze Leben ist eine Schnitzeljagd! – oder: Finde den verordnenden Arzt im Krankenhaus

Peter Smola / pixelio.de
Peter Smola / pixelio.de

Während Hape Kerkeling ja glaubt, das ganze Leben sei ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten, glaube ich inzwischen, dass das ganze Leben eine Schnitzeljagd ist. Jedenfalls als Apotheker und erst recht, wenn man als solcher Rücksprache mit einem Arzt wegen einer unklaren Verordnung halten muss. Und das muss man ziemlich oft, weil es einerseits so viele Regelungen gibt, die zu beachten sind und andererseits so viele Ärzte, die sich diese Regeln irgendwie so gar nicht merken können.

Unsere letzte Schnitzeljagd fand letzte Woche in der beliebten Telefonversion statt, bei der wir versuchen, den verordnenden Arzt in einer großen Berliner Klinik („Charité? Oje!“) so schnell wie möglich ausfindig zu machen. Das kann ein Weilchen und auch mal ein paar Tage dauern, egal, wann man anruft, denn die – wenn überhaupt – angegebenen Telefonnummern werden mit einem Zufallsgenerator ermittelt und sind selten „echt“. Ebenso wie die Stempel der angeblich verordnenden Ärzte. Was vielleicht auch der Grund ist, weshalb die Stempel mit Arztnamen und Berufsbezeichnung gerade in Kliniken gar nicht erst aufgedruckt werden. Das ist dann sozusagen der Bonus-Level „Hieroglyphen-Raten“ bei der Schnitzeljagd und der Nullretax-Bonus für die Krankenkassen … Weiterlesen

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Lieferengpässe Teil x – Luftnummer mit Metoprolol 200 mg

Foto: Dr. Kerstin Kemmritz
Foto: Dr. Kerstin Kemmritz

„Metoprolol 200 mg retard 100 Stück“ steht auf dem Rezept, das mir mein Stammkunde am Samstag kurz vor Toresschluss noch in die Hand drückt. „Kriege ich das noch schnell?“ Na klar, kein Problem, Metoprolol ist ja schließlich nichts Besonderes, sondern ein alt-bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der ß-Blocker, der bei Bluthochdruck, Herzrasen und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Mein Stammkunde bekommt es gegen zu hohen Blutdruck. Haben wir darum immer an Lager, damit er sich nicht so aufregt ….

Aufregend wird es, als meine Apothekensoftware den berühmten „Dreizeiler“ auf dem Bildschirm anzeigt, der immer dann erscheint, wenn nichts erscheint. Also wenn die Ware nicht (mehr) an Lager ist. Ui, das wird jetzt peinlich… Na ja, bestimmt haben wir bei einem so gängigen Mittel noch die eine oder andere Herstellerfirma an Lager, dann muss ich ihm nur erklären, dass er diesmal eine andere Firma ausprobieren soll, wenn er sein Medikament gleich mitnehmen will. Gleich mitnehmen? Das scheint heute nichts zu werden, denn mein ganzes Warenlager ist frei von Metoprolol 200 mg retard! Weiterlesen

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Bitte was Billiges! – Was Ginkgo-Blätter und Rotwein gemeinsam haben

Jürgen Hauschke / pixelio.de
Jürgen Hauschke / pixelio.de

Na, wie halten Sie es mit Ihrer Essensbegleitung? Soll es da lieber ein kleiner Italiener, ein großer Franzose oder doch eher der bodenständige und robuste Deutsche sein? Nein, keine falsche Panik (oder Vorfreude…), das wird kein Artikel über Escort-Services, sondern über Rotwein! Vordergründig jedenfalls, denn eigentlich geht es um Apotheke und Arzneimittel. Aus Ginkgo-Blättern. Was das mit Rotwein zu tun hat, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen, denn den meisten Menschen ist Rotwein doch näher, und wahrscheinlich auch lieber, als Ginkgo.

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Volles Risiko statt beschränkter Haftung! – Über den Kaufmann im Apotheker

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Reiner Sturm / pixelio.de

„e.K.“ Dieses Kürzel im Firmennamen steht nicht für „evangelische Kirche“, sondern für „eingetragener Kaufmann“. Oder Kauffrau. Und damit sind in Deutschland nicht nur jede Menge Vorurteile, sondern vor allem Rechte und Pflichten verbunden. Auch für Apotheker, denn die sind als Inhaber einer eigenen Apotheke im Gegensatz zu den Ärzten nicht nur Heilberufler, sondern auch Kaufleute. Jedenfalls auf dem Papier, das sich Handelsregister nennt, denn die Kaufmannseigenschaften sind in den letzten Jahren gerade bei den Apothekern immer mehr auf reine Pflichten wie die Bilanzierungspflicht, die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer und die vollumfängliche Haftung des Apothekenleiters für alle Schulden und Risiken aus dem Apothekenbetrieb reduziert worden. Weiterlesen

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Theodor Fontane und die Barrierefreiheit

Von Paulae modified by xavax - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7599029
Von Paulae modified by xavax – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7599029

 

Es ist Urlaubszeit und ich fahre mit meiner Familie durch die erblühende brandenburgische Landschaft. Niedliche kleine Dörfer mit wunderschönen alten Häusern zeigen sich in der Frühlingssonne von ihrer schönsten, renovierten Seite. Alle Häuser haben kleine Stufen vor den im Hochparterre gelegenen, gut geschützten Eingängen. Vor einigen stehen Bänke, auf denen ältere Menschen in der Sonne träumen. Vor anderen spielen Kinder oder sitzen Mütter mit Kinderwagen. Die Zeit steht still und fast spürt man den Geist Theodor Fontanes bei seinen Reisen durch die Mark.

In den größeren Ortschaften steht sogar noch die Kirche im Dorf. Und oft genug auch noch die Apotheke. Aber nicht mehr lange, denn wunderschön sehen sie zwar aus, diese Land-Apotheken, historisch und stattlich in bestens restaurierten Häusern. Geschmückt sind sie, mit schmiedeeisernen Firmenschildern, die Erfahrung und Tradition ausdrücken! Jahrhundertelange Tradition. Aber egal, damit ist bald Schluss, denn diese Apotheken haben – wie so viele Häuser nicht nur in der Mark Brandenburg, sondern auch in Großstädten – hohe Stufen vor den Eingängen im Hochparterre! Weiterlesen

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Apotheken-Monopoly? – Die Spielregeln

EreigniskarteWahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der noch nie das gute alte Glücks- und Gesellschaftsspiel „Monopoly“ gespielt hat, das es inzwischen in gefühlt 1000 Versionen gibt: Mickey Mouse, Spongebob, Big Bang Theory oder Breaking Bad. Alles schon da. Selbst Städte-Versionen wie „Gladbach“ oder „Zwickau“ sind im Handel… Zwickau??? Na gut, aber was wirklich noch fehlt, ist ein Berufe-Monopoly! Wie wäre es denn mit einer Apotheken-Version, frei nach echten Begebenheiten?

Werfen wir doch schon mal einen Blick in mögliche Spielregeln: Weiterlesen

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Scheiß drauf! – Windelpauschalen

Windelersatz der Knappschaft
Windelersatz der Knappschaft mit Happy End?

Sorry, der Artikel ist nichts für zartbesaitete Gemüter, aber das liegt nicht an mir, sondern an den Windelpauschalen! Das ist der Preis, zu dem eine kranke Kasse, schon wieder sorry: Krankenkasse, die Leistungserbringer zwingt, eine Leistung zu erbringen. Dabei wird frei nach dem Motto „Ex oder hopp!“ verhandelt, d.h. wer nicht bereit ist, eine Leistung zu Dumping-Preisen zu erbringen, fliegt raus. Oder muss krumme Sachen machen oder vertragswidrige Qualität liefern. Und das will ja keiner.

Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung nicht, weshalb er jetzt nicht die Krankenkassen zwingt, solche Ausschreibungen zu beenden, sondern die Qualitätskriterien erhöht. Logik ist etwas anderes …

Bevor Sie weiterlesen, dürfen Sie bei unserer kleinen Schätzung mitmachen:

Was ist eine Krankenkasse bereit, für die Versorgung Erwachsener, die pro Tag drei Windeln benötigen (3 x 30=90 Stück) zu zahlen, wenn diese auch noch nach Hause geliefert werden? Sind es:

  • a) 45 €
  • b) 90 €
  • c) 150 € oder
  • d) weniger als 20 €?

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Nachbarschaftshilfe?

Wir schreiben das Jahr 2016. Es sind Osterferien: Die Bundeshauptstadt mutiert zur medizinischen Diaspora, da annähernd alle Ärzte der Nahversorgung entweder im Urlaub oder zur quartalsendlichen Fortbildung sind. Patienten und Apotheker sind auf sich selbst gestellt…

Die gut achtzigjährige Dame, die an so einem Tag die Apotheke meines Mannes betritt, hatte bereits mehr als genug Pech: Bei einem typischen Kleindelikt (Überfall mit Handtaschenraub im Fahrstuhl) wurde sie so an der Schulter verletzt, dass diese operiert werden musste. Zur Verhinderung einer Thrombose muss sie sich nun täglich Heparin spritzen. Oder besser: spritzen lassen, denn einhändig ist sie nicht in der Lage, das zuverlässig selbst zu erledigen.

Sie geht daher regelmäßig zu ihrem Hausarzt, der nun allerdings auch in den Osterferien ist. Eine Vertretung gibt es nicht, die Erste-Hilfe-Stellen der Krankenhäuser sind für so etwas eigentlich nicht zuständig, der kassenärztliche Notdienst auch nicht und eine Hauskrankenpflege ist so schnell auch noch nicht organisiert. Also nach dem Überfall nun auch noch Thrombose? Weiterlesen

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Lieferengpässe: Phenprogamma 3 mg 100 St

Phenprocoumon ist ein Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemmt. Er ist also wichtig und muss regelmäßig eingenommen werden. Außerdem hat er eine enge therapeutische Breite, d.h. bereits geringe Abweichungen in der Wirkstoffmenge (wie sie von Hersteller zu Hersteller vorkommen können und dürfen) können die Blutgerinnung ungünstig beeinflussen. Man bleibt also als Betroffener wenn möglich besser bei der Firma, auf die man eingestellt ist.

Bei der Patientin, die vor mir steht, heißt das Präparat Phenprogamma, die Firma ist auch Rabattpartner ihrer Krankenkasse. Leider kann der Hersteller das Präparat seit Wochen nicht liefern, alle Vorräte sind (bundesweit) aufgebraucht.

Noch schlechter als ein Herstellerwechsel ist der Einnahmeverzicht, denn dadurch steigt die Blutgerinnungsgefahr an, die Patientin könnte an einem Blutgerinnsel sterben. Oder „nur“ als Notfall in die Klinik eingeliefert werden… Also ist die schnelle Versorgung mit einem wirkstoffgleichen Präparat eines lieferfähigen Herstellers das kleinere Übel und natürlich Ehrensache für mich als Apothekerin!

Leider sehen das die Paragraphenhengste unter den Krankenkassenfunktionären anders, denn danach darf ich nur gegen einen lieferfähigen Hersteller austauschen, wenn der zu den drei preiswertesten gehört. Oder der Arzt muss ein neues Rezept ausstellen. Leider sind die drei preisgünstigsten, aber immer noch gelisteten Hersteller nicht mehr im Handel. Der nächstgünstigste, lieferfähige Hersteller ist zu teuer. Ich darf die Patientin nicht einfach so versorgen, das Rezept muss vom Arzt geändert werden. (Wir reden übrigens von einem Differenz-Betrag von 0,36 €) Pech, dass der Arzt vor dem Wochenende keine Sprechstunde mehr hat. Wir müssten die Patientin also unversorgt lassen, wenn uns unser Beruf egal wäre.

Ist er aber nicht, also nehmen wir das finanzielle Risiko wieder auf uns, versorgen die Patientin mit dem passenden Produkt und gehen am Sonntag in die Kirche beten, dass die Krankenkasse die ordentliche Versorgung nicht zum Retaxgrund macht…

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Lieferengpässe: Venlafaxin 37,5 Retard neuraxpharm 100 Stück

Ein Problem kommt selten allein und auf der ersten Verordnung, die ich heute in der Hand halte, sind es gleich drei Probleme, die ich gerne lösen würde (und wollte), aber als Heilberuflerin nicht lösen darf. Oder riskiere, umsonst gearbeitet zu haben, was weder meine Stimmung noch den für den Erhalt der Arbeitsplätze notwendigen Rohertrag hebt.

Was ist los? Weiterlesen

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Nullretax 32,73 € BEK

Verordnet: Vortex Maske M ab 2 Jahren (Inhalierhilfe für Kinder)

Abgegeben: Vortex Maske M ab 2 Jahren

32,73 € Nullretax der BEK, da wir als Apotheke nicht berechtigt sind, eine Inhalierhilfe für Kinder zu beliefern, weil wir für diese Produktgruppe keine Präqualifizierung beantragt haben. Das Kind wurde von uns zwar schnell und korrekt versorgt, die Bezahlung der Leistung jedoch aufgrund der fehlenden bürokratischen Voraussetzungen untersagt.

PS: Ein Präqualifizierungsantrag für drei Jahre „Lieferberechtigung“ kostet ca. 175 € und einiges an weiterer Zeit und Gebührenbescheiden bei verschiedenen Ämtern …

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Nullretax 35,28 € BEK

Verordnet: Würfel Pessar Gr. 0 25 mm 1 Stück

Abgegeben: Würfel Pessar Gr. 0 25 mm 1 Stück

35,28 € Nullretax, da wir die Verordnung zwar vollkommen korrekt beliefert haben, aber als Apotheke kein Vertragspartner für Inkontinenzprodukte sind, da wir für diese Produktgruppe keine Präqualifizierungsunterlagen eingereicht haben. Die Bezahlung der Leistung wurde also aufgrund der fehlenden Formalitäten untersagt.

PS: Ein Präqualifizierungsantrag für drei Jahre „Lieferberechtigung“ kostet ca. 175 € und einiges an weiterer Zeit und Gebührenbescheiden bei verschiedenen Ämtern …

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Nullretax 335,62 € DAK – Einspruch anerkannt

Verordnet: Buprenorphin AWD 70 µg 16 Pflaster

Abgegeben: Buprenorphin AWD 70 µg 16 Pflaster

335,62 € Nullretax der DAK (nach 9 Monaten…), da zwar die Sonder-PZN für pharmazeutische Bedenken, aber kein Text aufgetragen wurde. (Das Mittel steht als starkes Opioid (Schmerzmittel) auf der nächsten Substitutionsausschlussliste, weil es eben aus pharmazeutischen und medizinischen Gründen nicht ausgetauscht werden soll. Die Gründe dafür sind quasi allgemein bekannt und können in diversen Fachmedien nachgelesen werden).

Unser Einspruch wurde aus Kulanz anerkannt.

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Nullretax AOK Nordost: 66,40 €

Verordnet: 5 x Mono Flo Drainage Beutel (Urinbeutel mit Ableitung)

Abgegeben: 5 x Mono Flo Drainage Beutel

Ablehnung der Erstattung durch AOK Nordost, da die Abgabe von derartigen Urinbeuteln vorher genehmigt werden muss. Hinweis, dass die Verordnung nach erfolgter Genehmigung erneut eingereicht werden kann.

Genehmigung beantragt. Genehmigung abgelehnt mit dem Hinweis, dass derartige Urinbeutel nicht mehr von Apotheken abgegeben werden dürfen. Den zweiten Kreislauf haben wir uns dann gespart … Die Krankenkasse hat ebenfalls gespart, nämlich die Kosten für die Versorgung, denn die haben wir – da die Patientin die Beutel dringend benötigte – auch ohne Genehmigung vorgenommen. Auf eigene Kosten.

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Nullretax HEK: 48,48 €

IMG_8793Verordnet: Novopulmon 200 Novolizer 2 x 200 ED

Abgegeben: Novopulmon 200 Novolizer 2 x 200 ED

48,48 € Nullretax nach neun Monaten, da von uns vergessen wurde, das Sonderkennzeichen für pharmazeutische Bedenken (Noncompliance Polymedikation) zu vermerken, da der Rabattvertragsartikel andere Indikationen und eine andere Bedienung der Inhalierhilfe bedingt hätte.

Unser Einspruch („Tut uns sehr leid, dass wir das Kennzeichen vergessen haben, aber der Patient benötigt das in der Handhabung bekannte Präparat.“) wurde seitens der Krankenkasse abgelehnt, da die Begründung vorher hätte aufgetragen werden müssen.

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